Frag no-nazi.net: In einen Nazi verliebt?

Der Fall um die olympische Ruderin Nadia Drygalla hat mal wieder die Diskussion auf eine wichtige Frage gelenkt:

Was soll ich machen, wenn ich mich in eine*n Nazi verliebt habe? Kann man mit Nazis befreundet oder gar in einer Beziehung zusammen sein und trotzdem neutral bleiben? 

“Wo die Liebe hinfällt”… kann man vielleicht nicht so gut beeinflussen. Immerhin geht es bei der Liebe um Emotionen und weniger um den Kopf. Dass man sich in eine*n Nazi verguckt ohne es zu wollen, kann durchaus passieren. Insbesondere, wenn er oder sie eigentlich ein netter Mensch ist und erst auf den zweiten Blick seine/ihre menschenfeindliche Haltung offenbart. Dennoch sollte man genau hinsehen, mit wem man eine langfristige Freundschaft oder Beziehung aufbaut!

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Frag nnn: Ist man NICHT selbst (wie ein) Nazi, wenn man Nazis kritisiert?

Im Kern ist es ganz einfach: Ein Nazi nimmt für sich in Anspruch – motiviert in verschiedenen Kombinationen von Rassismus, übersteigertem Nationalismus, völkischem Denken – mehr wert zu sein als andere Menschen, z.B. aus anderen Kulturkreisen, anderen Geschlechts, mit anderer sexueller Orientierung oder anderer politischer Meinung.

Dies denkt er oder sie allerdings leider nicht für sich allein im stillen Kämmerlein, sondern geht – wiederum je nach Typ in verschiedenen „Stärkegraden“ – gegen die Menschen vor, die der/die Nazi als weniger wert ansieht: Indem er oder sie ihnen Rechte gesellschaftlicher Teilhabe abspricht, sie gewalttätig angreift oder schlimmstenfalls sogar ermordet.

Wenn man das nun thematisiert und Nazis zum Beispiel bei Veranstaltungen oder aus Diskussionen ausschließt, um dort nicht mit ihren ausgrenzenden und/oder hetzenden Formulierungen und Äußerungen konfrontiert zu sein, schützt man die Menschen, die davon betroffen sein können und es sind.  Meinungsfreiheit für alle endet genau da, wo sie die Freiheiten anderer einschränkt. Deshalb ist man NICHT genau so schlimm wie die Nazis selbst, wenn ihre Ausgrenzungen anprangert und sich für ein Leben ohne Nazis engagiert, sondern im Gegenteil: Man schützt damit diejenigen, die von der Ausgrenzung, Gewalt und Bedrohung der Nazis betroffen sind.

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