Anti- was? Z-I-G-A-N-I-S-M-U-S? Was ist denn das? 

Über die Feindschaft gegenüber Sinti und Roma

Der Begriff ANTIZIGANISMUS beinhaltet das Wort “Zigan”. Was sich nach”Zigeuner” anhört,  ist eine ausgrenzende und abwertende Fremdbezeichnung für Sinti und Roma.

Trotz des deut­schen Völ­ker­mor­des an Sinti und Roma im Nationalsozialismus, dem 500.000 Men­schen zum Opfer fie­len, ist die grundliegende Diskriminierungsform bis heute kaum bekannt. So präsent sie ist, so selten wird sie wiederum zum Thema: Auch engagierte Antirasst*innen und Politikwissenschaftler*innen haben diesen spezifischen Rassismus gegen Sinti und Roma selten auf dem Schirm.

Wie alltäglich Antiziganismus leider ist, wer denn diese Sinti und Roma sind, was dazu gehört und wie man sich dagegen engagieren kann, erfahrt ihr hier! (mehr…)

Wie Rassismus auch tötet – Suizid in Eisenhüttenstadt

Am Montag demonstrierten ca. 250 Teilnehmer*innen in Eisenhüttenstadt in Gedenken an Djamaa, einem jungen Flüchtling aus dem Tchad (das ist ein Staat in Zentralafrika), der sich am 28. Mai  in Eisenhüttenstadt das Leben nahm.

Wieso? Was sind die Hintergründe? Was ist geschehen, dass ein junger Mensch, der in Deutschland um Asyl bittet, um der Bedrohung und Gewalt in seiner Heimat zu entkommen, soweit gebracht wird, sich das Leben zu nehmen?

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Von den ewigen Hilflosen und der sexy Kampfmaschine – Frauenbilder in Games.

Tropes-vs-videogames

Immernoch ist das Gaming eine Männerdomäne. Obwohl mittlerweile fast die Hälfte der Spielenden weiblich ist, wirken Frauenrollen in Computerspielen ganz schön Oldschool. Ob es die hilflose Schönheit ist, die von dem männlichen Held der Story gerettet werden muss oder die vollbusige, leichtbekleidete Kampfmaschine – beide Frauenbilder sind ganz schön übel und fernab jeglicher Realität.

Wieso, weshalb, warum?

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Die Deutsche Burschenschaft – kulturelles Erbe oder Sammelbecken der Rechten?

1908: Mensur Duell, Duellteilnehmer blutigem Schnitt im Gesicht

Quelle: Burns Archive

Ein gespenstisches Bild in Eisenach: Hunderte uniformierte, die das “Lied der Deutschen” in all seinen Strophen singen, dabei mit Fackeln marschieren. Vom 23. bis 26. Mai 2013 findet dort wieder der sogenannte Burschentag statt. Ein prächtiges Denkmal erinnert in Eisenach zum einen, an gefallene Burschenschaftler im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und zum anderen an die Reichseinigung des deutschen Kaiserreichs 1871.

Die letzten Jahre sorgte dieses umstrittene Zusammentreffen des Dachverbandes der Deutschen Burschenschaft für viel Trubel und Protest. Auch dieses Wochenende kündigt sich antifaschistischer Protest an!

Was ist eine Burschenschaft überhaupt? Warum tragen sie so komische Klamotten? Was hat das alles mit Eisenach zu tun? Und warum dagegen protestieren?
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Bist du schwul oder was? warum Schwul kein Schimpfwort ist.

“Hey du Schwuchtel, lass mich durch!” schreit Marleen Markus an, als er ihr den Weg ins Klassenzimmer versperrt. Am 17. Mai, also heute, ist internationaler Tag gegen Homophobie, die Diskriminierung von Schwulen und Lesben ist leider an der Tagesordnung, deshalb nutzen wir den aktuellen Anlass dafür, das Thema noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen! Laut einer Studie der Humbolt Universität Berlin, verwenden 62 Prozent der Berliner Sechstklässler*innen die Begriffe „Schwuchtel“ und „schwul“ als Schimpfwort.

Ob Homo, Gay, Lesbe,Schwuchtel oder Schwul für Viele haben sich diese Wörter im alltäglichen Sprachgebrauch als Synonym für “Scheiße” oder “abnormal” eingebürgert. Jugendliche und auch Erwachsene verwenden die Begriffe im täglichen Sprachgebrauch als abwertende und negative Adjektive. 

Ganz schön Schlimm finden wir das! Wieso, weshalb, warum? erfahrt ihr hier!

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Das Barbie Traumhaus: ein pinker Alptraum?

Am 16. Mai soll in Berlin am Alexanderplatz der rosarote Traum aller Mädchen eröffnen: The Barbie Dreamhouse Experience. Eine interaktive Ausstellung,  in der die Besucherinnen (!) die Wahl zwischen Cupcake-Bäckerin, Popstar, Shopaholic und Model haben. Mit männlichen Besuchern scheint das Dreamhouse eher weniger zu rechnen.

Mit Mode-Workshops, Schminkständen, Karaoke-Bühne, Catwalk und einem unendlichen begehbaren Kleiderschrank soll das Traumhaus die Mädchen in die Plastikwelt eintauchen lassen. Die Kritik an dem 2500 Quadratmeter großen pinken Klotz am Alexanderplatz stößt auf manch taube Ohren, ein Protest gegen das Spieleparadies wird als völlig übertrieben abgetan.

Warum Barbie ein schlechtes Vorbild ist, zu stereotypen Rollenbildern beiträgt und auch Jungs die rosarote Brille tragen sollten! Und – wieso das alles auch was mit Nazis zu tun hat!

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600 Polizist*innen, 10 Tote, 80 Nebenkläger und 5 Angeklagte – Beobachtungen zum Prozessauftakt gegen den NSU

Screenshot aus der Tagesschau vom 06.05.2013

Es ist sehr ruhig im Gerichtsaal A101 in München als die Angeklagten im NSU- Prozess in den Saal geführt werden – nur das klicken der Kameraauslöser ist zu hören. Die internationale Presse schaut auf das Oberlandesgericht im München: hier hat heute mit dreiwöchiger Verspätung der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer des NSU begonnen. Der Prozess gilt bereits jetzt als einer der größten und spektakulärsten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Etliche Livestreams und Ticker berichten vom Geschehen im Gericht – hier ein paar Eindrücke unsererseits!

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“Die Opfer nicht vergessen”: Demonstration zum NSU-Prozess

Samstag, der 13.April in München. Als wir gegen 13Uhr am Stachus, dem Demonstrations -Auftaktsort ankommen, ist schon reges Getummel am Platz:

Heute ist die bundesweite Demonstration zum Auftakt des NSU- Prozesses gegen Beate Zschäpe und weitere vier mutmaßliche Unterstützer des Untergrund-Trios. Als die Demonstration stattfindet, wissen wir noch nichts vom verschobenen Prozessbeginn.

Über 200 Gruppen aus Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Parteien, türkische Vereine, Flüchtlingsräten und Antifaschistischen Initiativen haben zur Demonstration gegen staatlichen und alltäglichen Rassismus aufgerufen. Zu oft rücken die Täter*innen in den Vordergrund, das soll heute anders sein: man will sich solidarisch mit den Angehörigen der Ermordeten durch den “Nationalsozialistischen Untergrund” zeigen, man will den Opfern rechter und rassistischer Gewalt die angemessene Aufmerksamkeit schenken und ihnen gedenken.

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Aufruhr am Gymnasium – Antisemitismus, Verharmlosung oder einfach nur Spaß?

Frech und witzig sollen die kleinen Wortspiele mit den drei Buchstaben A, B, I sein. Jahre langes früh aufstehen, Schulbank drücken, über Klausuren schwitzen und sich mit Mitschüler*innen und Lehrer*innen rumschlagen ist nun zuende! So lange hat man auf diesen Abschluss mit aller Energie (mehr oder minder) hingearbeitet und genau das soll das Motto auch ausdrücken! Dass man jetzt die Schule so richtig hinter sich lässt, man ein Stück unabhängiger und erwachsener ist, man frei von Anwesenheitspflicht, Lernstress und Notendruck in die Welt ziehen kann!

Doch der Spaß kann auch in die Hose gehen! An einem Gymnasium in Bayern war das erst neulich der Fall. Antisemitische, sexistische oder rassistische Abimotto-Vorschläge kommen leider öfters auf. Warum Humor seine Grenzen hat und ein Abimotto hinterfragt werden sollte!

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Quiz: Tag und Nacht der Toleranz!

Wir sind heute unterwegs! Am Stand der Amadeu Antonio Stiftung beim “Tag und Nacht der Toleranz” in der Kalkscheune in Berlin, können die Besucher*innen ihr Wissen zur extremen Rechten, zur Stiftung und zum Rassismus in der Gesellschaft testen! Ihr könnt die selben Fragen hier bearbeiten und herausfinden wie fit ihr in den Themen seid!

Viel Spaß, wir sind gespannt wie ihr so abschneidet!

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Was zum Henker?

Den bekannten Neonazi Treffpunkt “Zum Henker” in Berlin Schöneweide gibt es seit 2009, die Kneipe diente den Nazis lange als Veranstaltungsraum für Konzerte einschlägiger Musik und zur Begegung mit den Kameraden. Regelmäßig tauchte der “Henker” in Polizeistatistiken und Verfassungsschutz Berrichten auf. Das Lokal war glas klar ein zentralen Treffpunkt der Rechten Szene in Berlin, bis jetzt der Hauseigentümer, ein Immobilienunternehmen aus Erlangen, dem Wirt sowohl die eigene Wohnung im Haus als auch die Kneipen Räumlichkeiten fristlos kündigte.

Warum Nazikneipen die Rechte Szene stärken und was man gegen Naziläden tun kann.

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„Auschwitz, Papa. Erzähl mir von Auschwitz“ – der Comic mit der Maus.

Zweifellos gehört Maus. Die Geschichte eines Überlebenden zu den Meilensteinen des Genres der „Holocaust Comics“. Erstmals aufgetaucht sind die Mäuse von Art Spiegelman in der Underground-Comic Szene San Franciscos 1972/1973. Die zwei Maus Bücher wurden in rund 30 Sprachen übersetzt, hoch gelobt, viel rezipiert, international gefeiert, aber auch kontrovers diskutiert und kritisiert. Inzwischen bezeichnet man Maus als eines der besten, eindrucksvollsten Comics der letzten zwanzig Jahre. Kein Wunder also, dass mir Maus als erstes Comic beim Eintauchen in die faszinierende Bandbreite dieses Genres begegnet.

Aber kann die Bildsprache des Comics denn überhaupt ein Medium sein, um Geschichte zu vermitteln? Welches politische Potential hat die Maus? Und ist Spiegelmans metaphorische Darstellung nur plump und absurd oder ist es gerade diese Verfremdung von Jüdinnen und Juden als Mäuse und Katzen als Deutsche die die nötige Distanz schafft, um Geschichte lebendig zu machen?

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