Coole Anti-Rassismus-Aktion aus der Schweiz

2014-02-24-ohnedich-schweiz

 

Die Schweiz macht aktuell in Bezug auf Rassismus eher Negativschlagzeilen:  Eine Mehrheit von 50,9 Prozent der Schweizer*innen sprach sich am 09. Februar dafür aus, die Zuwanderung von EU-Bürger*innen zu begrenzen – auf eine Initiative “gegen Masseneinwanderung” der rechtspopulistischen SVP hin. Erst am Freitag urteilte der oberste Schweizer Gerichtshof, Beschimpfungen wie “Drecksasylant” oder “Sauausländer” seien nicht rassistisch. Kein Wunder also, dass nicht-rassistische Menschen in der Schweiz sich aktuell etwas unterrepräsentiert fühlen. Aber zum Glück gibt es sie dennoch – und auf der Website www.ohnedich.ch sind sie auch zu sehen. Mit Foto und kurzem Statement erklären Schweizer*innen hier, was ihnen ohne Zuwanderung fehlen würde. Tolle Aktion, die es Spaß macht, anzuschauen.

www.ohnedich.ch

 

Gleichberechtigung für Homosexuelle: Noch ein langer Weg (2)

Die Diskriminierung von Schwulen und Lesben verläuft auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Seit dem 1. August 2001 werden in Deutschland “gleichgeschlechtliche Partnerschaften”, also Partnerschaften zwischen Mann & Mann bzw. zwischen Frau & Frau rechtlich anerkannt. Diese Veränderung bedeutet einen wichtigen Schritt für viele Homosexuelle in Deutschland. Trotzdem besitzt  eine ” eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft” und die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau nicht die gleichen Rechte.

Homosexuelle Paare werden durch die Gesetzgebung in Deutschland benachteiligt

23.000 Paare haben sich seit der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Jahr 2001 anerkennen lassen. Diese Paare haben sich dafür entschieden, weil sie sich lieben und das auch der Öffentlichkeit zeigen wollen. Trotzdem besitzt die offiziell eingetragene Lebenspartnerschaft (noch) nicht die gleichen Rechte wie eine heterosexuelle Ehe. Gerade im Bereich der Steuererleichterungen, die verheiratete Menschen besitzen, werden homosexuelle Paare benachteiligt. Denn diese müssen genauso viele Steuern zahlen wie Menschen, die alleine leben.

Was haben denn Steuern mit der Diskriminierung von Homosexuellen zu tun?

Menschen, die in Deutschland leben, werden in verschiedene Steuerklassen eingeteilt. Dabei entscheidet das Einkommen, das Vermögen und eben auch die privaten Lebensumstände, zu welcher Steuerklasse Personen gehören. Die verschiedene Steuerklasse entscheiden darüber wie viel Steuern Menschen im Jahr bezahlen müssen.  Verheiratete Menschen sind allein lebenden Personen gegenüber besser gestellt, das gilt auch für Menschen mit Kindern. Das Ziel dahinter: Viele Menschen sollen heiraten und Kinder bekommen, denn das wirke sich positiv auf Deutschland aus. Das steckt auch dahinter, wenn  konservative Politiker*innen oder die katholische Kirche sagen, das “die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau sei”. Sie wollen die heterosexuelle Ehe “schützen”, denn nur diese könne den  “Fortbestand der deutschen Gesellschaft” sichern.

Folgen dieser Argumentation

Dieses Denken und die dazugehörigen Gesetze sind diskriminierend. Denn Menschen suchen sich ihre sexuelle Identität nicht aus. Dass die Liebe und die Zuneigung zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar genauso stark und schön ist, wie bei einem heterosexuellen Pärchen, wird dabei verdrängt. Und dies sollte doch im Vordergrund einer Beziehung stehen. Die Menschen werden also aufgrund ihrere sexuellen Identität unterschiedlich behandelt. Sie haben also unter Gesetzen zu leiden, die ihnen nicht die gleichen Rechte wie heterosexuellen Partnerschaften zu gestehen.  Damit wird Homosexualität auch gesetzlich  immer noch nicht als etwas “Normales” angesehen.

Nächste Woche geht es mit Teil 3 weiter.  Dort beschäftigen wir uns  mit welchen Diskriminierungen homosexuelle Paare konfrontiert werden, wenn sie Kinder adoptieren wollen. Also: Fortsetzung folgt!

Text von Olga Wendtke

Die bösen Mädchen

Das Musikvideo zum Song “Ausländer” der Gruppe “Die Bösen Mädchen” gehörte 2009 zu den 10 Siegern des Videowettbewerbs „In bester Gesellschaft? Vorurteile und andere Nachteile” von respect.de.

Die Idee des Songs ist super. Allerdings bitten wir beim Zuschauen die häufige Verwendung des fremdenfeindlichen Ausdrucks “Ausländer” zu hinterfragen. Denn der Begriff, der klar rassistisch ist, bleibt trotz positiver Besetzung des Begriffs in diesem Song immer noch auf Grund der Rassismen problematisch.

Wir präsentieren euch heute dieses Musikvideo gegen Rassismus für Integration und friedliches Zusammenleben. Und sind wie immer gespannt auf eure Kommentare!

Spaß am Fußball ? = Spaß an Deutschland?

(oder: ich bin, du bist, wir sind – äh… wer oder was ist Deutschland?!)

Es ist wieder einmal soweit: Die Fußball-Europa-Meisterschaft 2012 ist mittendrin und seit ein paar Wochen sieht man um sich herum alles Mögliche in den Farben schwarz-rot-gold verpackt. Man trifft sich mit Freund*innen, schaut sich beim Public Viewing gemeinsam die Spiele an und jubelt für das deutsche Fußballteam mit.

Doch merkwürdigerweise wird sich nicht nur für den Fußball als Sport, sondern automatisch auch für Deutschland begeistert. “EM 2012 – Mein Herz schlägt für Deutschland” heißt zum Beispiel eine der vielen Fußball-Fan-Seiten auf Facebook.

Leute reden davon „endlich wieder stolz auf Deutschland“ sein zu können und überall kann man plötzlich Deutschlandfahnen wehen sehen.

Was hat es auf sich mit dem Fußballkult in Deutschland? Und was ist da für eine Verbindung zu Patriotismus und Nationalismus? (mehr…)

Der tägliche Rassismus

Semhar & Shane zeigen euch in diesem großartigen Video die rassistische Lebenswelt Schwarzer Deutscher: ”Shit White Germans say to Black Germans” (nur der Titel ist auf Englisch).

 Was fällt euch dazu ein? Wir sind gespannt: nonazinet@amadeu-antonio-stiftung.de.

Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken (4): Propaganda-Spam

Neonazis nutzen soziale Netzwerke intensiv dazu, ihre Ideologie zu verbreiten. Sie wollen ihre rechtsradikalen Gedanken als „normal“ verkaufen oder wenigstens Andersdenkenden ein ungutes Gefühl vermitteln. Ein Weg, den sie dazu nutzen: Das Zumüllen (“Spammen”) von Seiten und Foren mit neonazistischer Propaganda. (mehr…)

Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken (3): Demo-Aufrufe, Flashmobs, digitale Lichterketten

In Sozialen Netzwerken kann man super mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Diese Möglichkeit wird auch von Neonazis benutzt:  Sie vernetzen sich aber nicht nur untereinander, sondern versuchen auch nicht-rechte User*innen oder Unentschlossene anzuwerben. Sie versuchen auf sich aufmerksam zu machen und sich möglichst aktiv zu zeigen. So wollen Neonazis User*innen von der Online- auch in die Offline-Nazi-Welt holen.

Im Sommer 2011 wollten Rechtsextreme in Berlin-Kreuzberg einen Aufmarsch veranstalten – und verabredeten sich dafür klammheimlich über die Sozialen Netzwerke. Der Plan flog allerdings auf. So konnte noch eine Gegendemonstration organisiert und der Aufmarsch dadurch verhindert werden.

Doch im Web 2.0. sind auch ganz offene Veranstaltungs-Aufrufe von Neonazis zu finden: Neonazi-Konzerte wie „Rock für Deutschland“ oder der „Tag der deutschen Zukunft“, eine jährlich stattfindende rechtsextreme Demonstration, haben eigene Seiten in Sozialen Netzwerken. (mehr…)

Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken (2): (An-)Politisieren

In Sozialen Netzwerken versuchen Neonazis, mit nicht-rechten Menschen in Kontakt zu kommen. Sie benutzen verschiedene Themen, um User*innen zunächst einmal anzusprechen. Dazu versuchen sie auch unpolitische Diskussionen zu politisieren, also, so zu beeinflussen, dass sie dort ihre rechte Ideologie verbreiten können.

Im unten angezeigten Screenshot wird das Thema “Umweltschutz” benutzt, um eine völkische und rechte Ideologie zu verbreiten.


Die Nachrichten sind voll von Meldungen über die Finanzkrise, Umwälzungen in der arabischen Welt und dem Aufbegehren junger Menschen. Doch das Verständnis für die wirklichen Zusammenhänge – warum die Dinge wie passieren, warum die Finanzkrise noch immer nicht überwunden und welche Schwierigkeiten eine globalisierte Welt mit sich bringt – fehlt vielen.

Das Bedürfnis nach Antworten ist groß. Doch die Erklärungen sind oft kompliziert. Die Welt ist komplex. Wer scheinbar einfache “Lösungen” anbietet, hat daher gute Chancen, auf Zuspruch zu stoßen – auch wenn diese nicht stimmen. (mehr…)

Egal welcher Kleidungsstil – für Gewalt gibt es keine Rechtfertigung!

Ein Kommentar von Monika Lazar (Bundestagsabgeordnete, grüne Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus) 
zu unserer Hoodie-Aktion: /gute-ideen-gegen-nazis/millionhoodies/

Den Begriff „Hoodie“ habe ich neulich erst gelernt. Doch die so bezeichneten typischen Kapuzenpullis trage ich bereits seit Beginn der 1990er Jahre. Als ehemalige DDR-Bürgerin konnte ich mir Kapuzenpullover erst nach 1990 kaufen. Diese gefielen mir sofort und passten gut zu meinem persönlichen legeren Kleidungsstil. Mittlerweile besitze ich fünf Pullover und vier Jacken im „Hoodie-Stil“. Obwohl die meisten schon vor Jahren erworben wurden, sind sie noch in Ordnung und bestens tragbar. Im Hoodie wandere ich, treibe Sport, besuche Demonstrationen oder sitze an lauen Sommerabenden auf dem Balkon. Jenseits der repräsentativen Termine, bei denen formelle Kleidung angemessen ist, sind Hoodies meine gern getragene Alltagskleidung. (mehr…)

HOW TO: Nazi-Scum bei youtube melden

Seid ihr auch schon mal auf Videos bei youtube gestossen, die sehr menschenfeindliche Inhalte haben, wo andere Menschen diskriminiert werden, gegen so genannte “Ausländer” gehetzt wird oder die Todesstrafe für sogenannte “Kinderschänder” (Nazi-Sprech für “Sexualstraftäter”, der schon im Begriff das Opfer herabsetzt) gefordert wird? Gibt es vielleicht Nazi-Musik-Videos, die dich einfach nur wütend machen, weil sie solch menschenverachtende Inhalte präsentieren?

Hättest du am liebsten sofort diese Videos gelöscht, damit sich nicht noch andere Menschen darüber ärgern müssen oder womöglich noch anfangen, den Nazi-Quatsch zu glauben? Wärst du auch gern aktiv dabei, deine Community von rechtsextremer Propaganda zu befreien?

In diesem Video erklären wir von no-nazi.net, wie du solche Inhalte bei youtube melden kannst, damit sich das Team von youtube drum kümmern kann:

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Aktion: Nach dem Gedenken der Alltag: Was wir alle tun können!

Ihr fragt öfter, was wir einzelnen tun können gegen Rechtsextremismus. Nun, ich finde: Eine ganze Menge. Lasst uns doch mal Ideen sammeln.

Gestern wurde deutschlandweit der Todesopfer rechtsextremer Gewalt gedacht. Die aber entspringt der rechtsextremen Ideologie, die Menschen abwertet, weil sie als “anders” gesehen werden – aus Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Antiziganismus, Homophobie, Obdachlosenfeindlichkeit, Sexismus, Nationalismus, Behindertenfeindlichkeit (Was ist das alles? Infos hier). Und das alles begegnet uns nicht nur bei Nazis, sondern auch jeden Tag im Alltag, überall. Bei Arbeitskolleg/innen oder Mitschüler/innen, in der Familie, unter Nachbarn, in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten, sogar bei Freundinnen und Freunden.

Deshalb möchte ich hier einmal gute Ideen oder wenigsten “gute Vorsätze” sammeln: Was machst Du ganz konkret gegen Menschenfeindlichkeit, im Alltag? Ich meine die großen und kleinen Dinge, die im Endeffekt einen Unterschied ausmachen!