Dossier: Geschichtsrevisionismus im Netz

“… und außerdem hat Hitler die Autobahn gebaut!” Wer kennt sie nicht, die halb unsicher, halb trotzig vorgebrachten “Argumente” der NS-Zeit-”Skeptiker*innen” on- und offline. Wer den Krieg wirklich angefangen hat, was Hitler wirklich wollte und ob es den Holocaust wirklich gegeben hat: All das sind Fragen, die von sogenannten “Geschichtsrevisionisten” vorgebracht werden. no-nazi.net erklärt euch, was es mit diesen Geschichtsrevisionist*innen auf sich hat, und für welche Zwecke sie mit der Geschichte Pingpong spielen.

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Dienstagsfilmtipp: Deutsch-Suedwas? Erinnerung an einen deutschen Völkermord

Heute zeigen wir euch dieses sehr informative Video zur deutschen Kolonial-Vergangenheit. Deutsch-Suedwas? – erschreckend vielen Leuten fällt es schwer Antworten zu geben, wenn man sie nach  deutschen Kolonial-Verbrechen fragt. Deutschland hatte eigene Kolonien?! Es gab einen Völkermord an den Nama und Herero in Namibia? Leider ja…

Auf sehr sensible Art und Weise erinnert der Film an die grauenvolle Vergangenheit und zeigt darüber hinaus wie der Schmerz auch heute noch da ist.  Aktuelle Missstände wie fehlendes Erinnern und fehlende Verantwortung der deutschen Regierung werden ebenso thematisiert. Denn bis heute hat die deutsche Bundesregierung die systematische Vernichtung der Nama und Herero in Namibia noch nicht anerkannt, ganz zu schweigen von Reparationszahlungen (Reparation = Wiedergutmachung).

Diese Dokumentation zeigt 37 Minuten, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte: 

“Deutsch-Suedwas? Erinnerung an einen deutschen Völkermord” der Filmgruppe E from Frida Frei on Vimeo.

Hast du in dem Video Neues gelernt? Bist du der Meinung dass ihr in der der Schule das Thema Kolonialzeit ausreichend behandelt habt? Hast du weitere Ideen, wie man an die deutschen Kolonial-Verbrechen und vor allem an die Opfer erinnern kann?

Dienstagsvideotip: World War II: Crash Course World History #38

Diese Woche  wollen wir euch die Reihe “Crash Course World History” vorstellen und beginnen diese mit einem informativen Video zur Geschichte des zweiten Weltkrieges – mit dem Video “World War II”.

Auch wenn sich die*der ein*e oder andere vielleicht denken wird: “nicht schon wieder ein II. Weltkriegsdokufilm!” …

Doch! Aber nicht im Stil einer trockenen “Daten & Fakten Odyssee“, wie man sie von den Geschichtsstunden aus der Schule kennt. Oder einer der zahllosen „grau in grau“ Filme von N24. Auf unterhaltsame Art bietet euch der Clip auch einmal eine andere (amerikanische) Perspektive auf die Ereignisse des II. Weltkriegs, denn die deutsche Version kennt man für gewöhnlich sowieso schon in und auswendig.

John Green betrachtet vor allem die wichtigsten Geschehnisse aus einem globalen Blickwinkel und zeigt somit welche Einflüsse dies auf den Krieg, aber auch auf unsere jüngere Zukunft hatte. So wird vor allem auch die (mit entscheidende) Rolle der britischen Kolonien und die Hilfe anderer Nationen (wie z.B. Argentinien) berücksichtigt.

Der ironische Unterton ist zwar eine Gewöhnungsfrage, aber für diese Art der Erzählung „passend“, obwohl Green auch darauf hinweist, dass man diese bei Minute 9:15 mit Vorsicht betrachten sollte. Zusätzlich liefert der Film Informationen, von denen man so vielleicht noch nichts gehört oder gelesen hat. Wusstet ihr, …

… dass Argentinien 40 % des Fleischbedarfs für England gedeckt hat?

… dass Kanada in Prozent gemessen mehr Soldaten verloren hat, als die USA?

… oder, dass Japan Bauern in Korea angesiedelt hat?

 Sehr gelungene Animationen und graphische Einschübe runden das Bild, eines wirklich gelungenen und einprägsamen Geschichtsfilms ab.

 Das im Film angesprochene, lateinische Zitat: „Homo homini lupus“, bedeutet frei übersetzt auf Deutsch „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ – also Menschen verhalten sich gegenüber ihrer Mitmenschen unmenschlich da sie von Natur aus egoistisch und nur aufs eigene Wohl bedacht sind.

Was denkt ihr dazu? Seht ihr das ähnlich?
Und wie schätzt ihr die Möglichkeit ein, dass sich Katastrophen, wie der II. Weltkrieg wiederholen könnten? Wir freuen uns über Mails oder Nachrichten an: nonazinet@amadeu-antonio-stiftung.de, oder Kommentare über unsere Seiten auf den sozialen Netzwerken.

Aufruhr am Gymnasium – Antisemitismus, Verharmlosung oder einfach nur Spaß?

Frech und witzig sollen die kleinen Wortspiele mit den drei Buchstaben A, B, I sein. Jahre langes früh aufstehen, Schulbank drücken, über Klausuren schwitzen und sich mit Mitschüler*innen und Lehrer*innen rumschlagen ist nun zuende! So lange hat man auf diesen Abschluss mit aller Energie (mehr oder minder) hingearbeitet und genau das soll das Motto auch ausdrücken! Dass man jetzt die Schule so richtig hinter sich lässt, man ein Stück unabhängiger und erwachsener ist, man frei von Anwesenheitspflicht, Lernstress und Notendruck in die Welt ziehen kann!

Doch der Spaß kann auch in die Hose gehen! An einem Gymnasium in Bayern war das erst neulich der Fall. Antisemitische, sexistische oder rassistische Abimotto-Vorschläge kommen leider öfters auf. Warum Humor seine Grenzen hat und ein Abimotto hinterfragt werden sollte!

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Zum pro­ble­ma­ti­schen Ge­brauch der Pa­ro­le A.C.A.B.

Das Bild zeigt die Vorderseite eines Flugblattes der Roten Hilfe. Die Rote Hilfe e.V.unterstützt Personen, die beispielsweise wegen einer Nazi-Blockade gegen rechtliche Auflagen verstoßen und  von der Polizei eine Anzeige bekommen haben. In diesem Flugblatt haben sie Kritik an der Parole A.C.A.B veröffentlicht. Das haben wir zum Anlass genommen, darüber auch auf no-nazi.net zu berichten.

 

Bestimmt hast du die Abkürzung A.C.A.B schon einmal gehört oder gesehen – auf Demos, in Liedtexten, an Hauswänden oder als T-Shirt-Druck. A.C.A.B. steht für die englischsprachige Parole „All Cops Are Bastards“ (wörtlich übersetzt „Alle Polizisten sind Bastarde“). (mehr …)

„Auschwitz, Papa. Erzähl mir von Auschwitz“ – der Comic mit der Maus.

Zweifellos gehört Maus. Die Geschichte eines Überlebenden zu den Meilensteinen des Genres der „Holocaust Comics“. Erstmals aufgetaucht sind die Mäuse von Art Spiegelman in der Underground-Comic Szene San Franciscos 1972/1973. Die zwei Maus Bücher wurden in rund 30 Sprachen übersetzt, hoch gelobt, viel rezipiert, international gefeiert, aber auch kontrovers diskutiert und kritisiert. Inzwischen bezeichnet man Maus als eines der besten, eindrucksvollsten Comics der letzten zwanzig Jahre. Kein Wunder also, dass mir Maus als erstes Comic beim Eintauchen in die faszinierende Bandbreite dieses Genres begegnet.

Aber kann die Bildsprache des Comics denn überhaupt ein Medium sein, um Geschichte zu vermitteln? Welches politische Potential hat die Maus? Und ist Spiegelmans metaphorische Darstellung nur plump und absurd oder ist es gerade diese Verfremdung von Jüdinnen und Juden als Mäuse und Katzen als Deutsche die die nötige Distanz schafft, um Geschichte lebendig zu machen?

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Jung gegen Rechts: Wie Mauerreste des Warschauer Ghettos lebendig werden

Gestern haben wir euch schon im Interview die Ideen der beiden Jungs von “Jung gegen Rechts” vorgestellt. Heute gibt es dazu das passende Video. Die beiden 15- und 17 Jährigen wollten ein Signal dafür setzen, dass Fußballbegeisterung einerseits und die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit, mit Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus andererseits in Einklang zu bringen sind.

Max-Fabian über das Projekt ‘Jung gegen Rechts’:

“Nachdem wir Oświęcim und Krakau besucht hatten, waren wir auch in Warschau. Dort verbrachten wir viel Zeit im modernen Museum des Warschauer Aufstandes und waren auch am Mahnmal des Warschauer Ghettos, an dem Willy Brandt im Jahre 1970 niederkniete und das polnischen Volk um Vergebung für die deutschen Verbrechen bat. (mehr …)

Spaß am Fußball ? = Spaß an Deutschland?

(oder: ich bin, du bist, wir sind – äh… wer oder was ist Deutschland?!)

Es ist wieder einmal soweit: Die Fußball-Europa-Meisterschaft 2012 ist mittendrin und seit ein paar Wochen sieht man um sich herum alles Mögliche in den Farben schwarz-rot-gold verpackt. Man trifft sich mit Freund*innen, schaut sich beim Public Viewing gemeinsam die Spiele an und jubelt für das deutsche Fußballteam mit.

Doch merkwürdigerweise wird sich nicht nur für den Fußball als Sport, sondern automatisch auch für Deutschland begeistert. “EM 2012 – Mein Herz schlägt für Deutschland” heißt zum Beispiel eine der vielen Fußball-Fan-Seiten auf Facebook.

Leute reden davon „endlich wieder stolz auf Deutschland“ sein zu können und überall kann man plötzlich Deutschlandfahnen wehen sehen.

Was hat es auf sich mit dem Fußballkult in Deutschland? Und was ist da für eine Verbindung zu Patriotismus und Nationalismus? (mehr …)

Wenn Neonazis von „Rassen“ sprechen

Bild 1

 

Häufig ist die Rede von verschiedenen „Hunderassen“ und „Rassezüchtungen“ bei Pflanzen, aber „Rassen“ im Bezug auf Menschen – was soll denn das? Wie kommt man denn auf so eine irrsinnige Idee? (mehr …)