Eine Orientierungshilfe im Wutbürger_innen-Wirrwarr!

Hogesa, Pegida, Wügida, Dabadidabeda: Da kann man schonmal den Überblick verlieren. Findet raus, welche Demo für euch die beste ist! Auf welche geht ihr?

Spaß beiseite: Hintergründe zu den islamfeindlichen Demonstrationen der “Hooligans gegen Salafisten” (HoGeSa) und den “Patriotischen Europäern gegen Islamisierung des Abendlandes” (Pegida) erfahrt Ihr auf netz-gegen-nazis.de

Demobericht: Meine erste Nazi-Demo, glücklicherweise auf der Protestseite

+++++ Weitere Fotos von der NPD- Kundgebungen findet ihr hier.++++++++++

 

Potsdamer Platz. Berlin-Mitte.

Als wir gegen 13Uhr aus der S-Bahn steigen, fällt uns erstmal die starke Polizeipräsenz auf. Auch die Gitter weisen daraufhin, dass hier in den nächsten Minuten eine Kundgebung statt finden soll. Neben den zahlreichen Tourist*innen, die bei schönem Wetter über den Platz flanieren, fällt der einzige Neonazi, der anwesend ist, nicht recht auf. Daran ändert sich beruhigender Weise auch in der nächsten Stunde nichts. Selbst die angebliche  Tugend von der “deutschten Pünklichkeit” scheint nicht mehr weit verbreitet innerhalb der Neonazi- Szene. Erst um 14 Uhr, und damit eine Stunde später als auf ihrer Internetseite angekündigt, taucht ein (!) blauer VW-Bulli mit sieben (!) Neonazis auf. Woohoo, so sieht sie also aus die “deutsche Front”. 7 Neonazis?! Wir sind weiterhin beruhigt.

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Argumentieren gegen Rechts

Achtung! Hier kommt das nächste Beispiel für rassistische Vorurteile. Heute: „Die Ausländer liegen uns auf der Tasche!“

 

Bildquelle: Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg! – Von Jonas Lanig und Marion Schweizer – Verlag an der Ruhr, 2005

Immer noch flackert manchmal das vorurteilsbelastete Bild arbeitsfauler “Ausländer*innen” auf (Zum Begriff “Ausländer” – und warum er nicht so cool ist): “Ausländer*innen”, die angeblich nur nach Deutschland kommen, um Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.

Da wird zum Beispiel behauptet, „Sie“ nähmen „Uns“ die Arbeitsplätze weg. Gleichzeitig wird „Ausländer*innen“ vorgeworfen, sie würden ungerechterweise vom deutschen Sozialstaat profitieren. Hä?! Das passt ja mal voll nicht zusammen … aber logo, darum geht’s ja heute mal wieder: wie wir die Widersprüche rassistischer Vorurteile aufdecken können! (mehr …)

Argumentieren gegen Rechts

Ein Beispiel zu rassistischen Vorurteilen und wie man inhaltlich dagegen vorgehen kann

“Natürlich nehmen uns Ausländer die Arbeit weg – wem denn sonst?” schreibt die NPD auf ihrer Homepage zu der Frage, warum sie “die multikulturelle Gesellschaft ablehnt”.

In dem Artikel Kein Platz für Nazi-Phrasen haben wir uns Möglichkeiten angeschaut, wie man auf diskriminierende Aussagen reagieren kann. Dabei war uns wichtig zu zeigen, dass man diese einfach ablehnen kann. Und das auch ohne sofort die schlagfertigsten Gegenargumenten parat zu haben.

Abwertende Vorurteile  können jedoch auch gezielt durch Gegenargumentation widerlegt werden. Deshalb haben wir uns das weit verbreitete Vorurteil “Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg” vorgeknöpft und geschaut wie man inhaltlich dagegen vorgehen kann.

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Fußball gegen Nazis: Mit Kicks und Klicks für Fairplay

“Ich war sauer, traurig, geschockt.” Das sagte der Fußballprofi Kevin-Prince Boateng, als er Anfang Januar in einem Testspiel seines Vereins AC Milan von Fans beleidigt wurde. Einige Anhänger des Gastgebervereins Pro Patria hatten immer wieder Affenlaute gemacht, wenn Boateng oder ein anderer dunkelhäutiger Spieler seines Teams am Ball war. Die Botschaft dieser Geräusche ist klar: Schwarze oder dunkelhäutige Menschen werden auf eine Stufe mit Affen gestellt, nicht als Menschen wahrgenommen. Das ist ganz übler Rassismus.

Viele Leute sagen trotzdem: Hier geht es um Fußball und nicht um Oper, da müssen mal derbere Worte erlaubt sein. Doch auch Worte oder Geräusche, wie die erwähnten Affenlaute, können die Gefühle von Menschen ganz real verletzen.
“Das geht nicht spurlos an mir vorbei”, betonte auch Kevin-Prince Boateng. Der gebürtige Berliner (seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Ghanaer) hatte deshalb das Testspiel seines Klubs kurzerhand abgebrochen, indem er den Platz verließ und seine Mitspieler sich anschlossen.

Auch der frühere deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah muss immer wieder Rassismus im Fußball erleben. (mehr …)