Aufruhr am Gymnasium – Antisemitismus, Verharmlosung oder einfach nur Spaß?

Frech und witzig sollen die kleinen Wortspiele mit den drei Buchstaben A, B, I sein. Jahre langes früh aufstehen, Schulbank drücken, über Klausuren schwitzen und sich mit Mitschüler*innen und Lehrer*innen rumschlagen ist nun zuende! So lange hat man auf diesen Abschluss mit aller Energie (mehr oder minder) hingearbeitet und genau das soll das Motto auch ausdrücken! Dass man jetzt die Schule so richtig hinter sich lässt, man ein Stück unabhängiger und erwachsener ist, man frei von Anwesenheitspflicht, Lernstress und Notendruck in die Welt ziehen kann!

Doch der Spaß kann auch in die Hose gehen! An einem Gymnasium in Bayern war das erst neulich der Fall. Antisemitische, sexistische oder rassistische Abimotto-Vorschläge kommen leider öfters auf. Warum Humor seine Grenzen hat und ein Abimotto hinterfragt werden sollte!

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Frag nnn: Ist man NICHT selbst (wie ein) Nazi, wenn man Nazis kritisiert?

Im Kern ist es ganz einfach: Ein Nazi nimmt für sich in Anspruch – motiviert in verschiedenen Kombinationen von Rassismus, übersteigertem Nationalismus, völkischem Denken – mehr wert zu sein als andere Menschen, z.B. aus anderen Kulturkreisen, anderen Geschlechts, mit anderer sexueller Orientierung oder anderer politischer Meinung.

Dies denkt er oder sie allerdings leider nicht für sich allein im stillen Kämmerlein, sondern geht – wiederum je nach Typ in verschiedenen „Stärkegraden“ – gegen die Menschen vor, die der/die Nazi als weniger wert ansieht: Indem er oder sie ihnen Rechte gesellschaftlicher Teilhabe abspricht, sie gewalttätig angreift oder schlimmstenfalls sogar ermordet.

Wenn man das nun thematisiert und Nazis zum Beispiel bei Veranstaltungen oder aus Diskussionen ausschließt, um dort nicht mit ihren ausgrenzenden und/oder hetzenden Formulierungen und Äußerungen konfrontiert zu sein, schützt man die Menschen, die davon betroffen sein können und es sind.  Meinungsfreiheit für alle endet genau da, wo sie die Freiheiten anderer einschränkt. Deshalb ist man NICHT genau so schlimm wie die Nazis selbst, wenn ihre Ausgrenzungen anprangert und sich für ein Leben ohne Nazis engagiert, sondern im Gegenteil: Man schützt damit diejenigen, die von der Ausgrenzung, Gewalt und Bedrohung der Nazis betroffen sind.

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#hoodiesup: Hoodies gegen Rassismus – macht ihr mit?

Am 26. Februar wurde Trayvon Martin mit einer Packung Skittles, einer Dose Eistee und seinem Handy in der Hand auf der Straße einer “gated community” in den U.S.A. von einem selbst ernannten “Nachbarschafts-Wachmann” erschossen. Bis heute ist noch einiges zum genauen Tathergang unklar. Was aber immer deutlicher wird, sind die rassistischen Reaktionen auf den Mord und die rassistischen Umstände der Tat selbst. So hat zum Beispiel Geraldo Rivera, ein konservativer Kommentator des amerikanischen Senders Fox das Mordopfer beschuldigt, selber an der Tat schuld zu sein, da er einen “Hoodie” getragen habe. Allein der Hoodie wäre ein “Zeichen der Bedrohung”. Als Reaktion darauf zeigten sich amerikanische Politiker/innen im Kongress mit Hoodie, tausende Menschen demonstrierten im Hoodie und es gibt zahlreiche Aktionen online, bei denen sich Menschen im Hoodie zeigen, um zu symbolisieren, dass sie sich gegen Rassismus wehren.

Schick uns dein Hoodie-Foto oder eure Hoodie-Aktion an nonazinet@amadeu-antonio-stiftung.de und wir stellen eure Bilder in unsere “#hoodiesup”-Galerie.