Dienstagsfilmtipp:

“Schmerzliche Heimat”


Schmerzliche Heimat from candoberlin on Vimeo.

Dieses Video handelt von Semiya Simsek und ihr Buch “Schmerzliche Heimat”. Semiya ist die Tochter des ersten Mordopfers der “NSU-Serie”.  Zur Zeit lebt sie in der Türkei, wo sie ein Team von candoberlin besucht und einen kurzen Film mit ihr gedreht hat.

In dem autobiografischen Buch schildert Simseks Tochter ihre Sicht des Geschehen. Sie schreibt von dem Tod ihres Vaters und wie elf Jahre später herauskam, dass er das erste Opfer einer terroristischen Neonazi-Mordserie war. Sie schreibt auch über ihre Kindheit, ihre Familie und möchte vor allem ihrem Vater ein Gesicht geben.

Semiya Simsek wird auch als Nebenklägerin bei den NSU-Prozessen in München teilnehmen, die am 17. April 2013 beginnen.

Zum Video: “Schmerzliche Heimat”

Wie finden das Video sehr berührend und vor allem gut, dass dadurch die Perspektive der Betroffenen in den Fokus gerückt wird. Was denkt ihr dazu? Wie hat das Video auf euch gewirkt?

 

Braune Erde von Daniel Höra

„Ich hörte ihre Schritte, ihren keuchenden Atem, ihre Versuche leise zu sein. Zwei Schatten schlichen um mein Versteck. Ich schloss die Augen und versuchte meine Angst ganz tief in meinen Kopf zu sperren. Ich wollte mir nicht ausmalen, was sie mit mir anstellen würden, wenn sie mich erwischten. Sie würden mich nicht schonen, das war mir klar. Ich wusste zu viel.“

Mit diesen Sätzen zieht Daniel Höra die Leser*innen seines neuen Romans „Braune Erde“ von Anfang an in den Bann. Auf knapp 300 Seiten entfaltet er ein erschreckendes Szenario: Eine ganze Dorfgemeinschaft wird – ohne es zu merken – von rechtsextremen Siedler*innen übernommen. Das Buch “Braune Erde” zeigt eindringlich, wie wichtig ein aufmerksames und kritisches Bewusstsein für unterschwelligen Rechtsextremismus ist.

Der 15-Jährige Ben wohnt bei seiner Tante in einem kleinen Dorf in Mecklenburg. (mehr…)