Gleichberechtigung für Homosexuelle: Noch ein langer Weg (2)

Die Diskriminierung von Schwulen und Lesben verläuft auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Seit dem 1. August 2001 werden in Deutschland “gleichgeschlechtliche Partnerschaften”, also Partnerschaften zwischen Mann & Mann bzw. zwischen Frau & Frau rechtlich anerkannt. Diese Veränderung bedeutet einen wichtigen Schritt für viele Homosexuelle in Deutschland. Trotzdem besitzt  eine ” eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft” und die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau nicht die gleichen Rechte.

Homosexuelle Paare werden durch die Gesetzgebung in Deutschland benachteiligt

23.000 Paare haben sich seit der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Jahr 2001 anerkennen lassen. Diese Paare haben sich dafür entschieden, weil sie sich lieben und das auch der Öffentlichkeit zeigen wollen. Trotzdem besitzt die offiziell eingetragene Lebenspartnerschaft (noch) nicht die gleichen Rechte wie eine heterosexuelle Ehe. Gerade im Bereich der Steuererleichterungen, die verheiratete Menschen besitzen, werden homosexuelle Paare benachteiligt. Denn diese müssen genauso viele Steuern zahlen wie Menschen, die alleine leben.

Was haben denn Steuern mit der Diskriminierung von Homosexuellen zu tun?

Menschen, die in Deutschland leben, werden in verschiedene Steuerklassen eingeteilt. Dabei entscheidet das Einkommen, das Vermögen und eben auch die privaten Lebensumstände, zu welcher Steuerklasse Personen gehören. Die verschiedene Steuerklasse entscheiden darüber wie viel Steuern Menschen im Jahr bezahlen müssen.  Verheiratete Menschen sind allein lebenden Personen gegenüber besser gestellt, das gilt auch für Menschen mit Kindern. Das Ziel dahinter: Viele Menschen sollen heiraten und Kinder bekommen, denn das wirke sich positiv auf Deutschland aus. Das steckt auch dahinter, wenn  konservative Politiker*innen oder die katholische Kirche sagen, das “die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau sei”. Sie wollen die heterosexuelle Ehe “schützen”, denn nur diese könne den  “Fortbestand der deutschen Gesellschaft” sichern.

Folgen dieser Argumentation

Dieses Denken und die dazugehörigen Gesetze sind diskriminierend. Denn Menschen suchen sich ihre sexuelle Identität nicht aus. Dass die Liebe und die Zuneigung zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar genauso stark und schön ist, wie bei einem heterosexuellen Pärchen, wird dabei verdrängt. Und dies sollte doch im Vordergrund einer Beziehung stehen. Die Menschen werden also aufgrund ihrere sexuellen Identität unterschiedlich behandelt. Sie haben also unter Gesetzen zu leiden, die ihnen nicht die gleichen Rechte wie heterosexuellen Partnerschaften zu gestehen.  Damit wird Homosexualität auch gesetzlich  immer noch nicht als etwas “Normales” angesehen.

Nächste Woche geht es mit Teil 3 weiter.  Dort beschäftigen wir uns  mit welchen Diskriminierungen homosexuelle Paare konfrontiert werden, wenn sie Kinder adoptieren wollen. Also: Fortsetzung folgt!

Text von Olga Wendtke

Ahnungslos – Das Extremismusvideo der Bundeszentrale für politische Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sorgte mit dem Video „Ahnungslos 2012 Bonusmaterial: Extremismus“ jüngst für einen Aufreger. Nun wurde das Video gelöscht, ein fader Nachgeschmack aber bleibt. Wir erklären, was das Video so problematisch macht.

Extremisten: „Wie sehen die eigentlich aus und wie erkennt man sie?“ – fragt die Bundeszentrale in ihrem neuen Video, das Ende August online ging, aber erst in den letzten Tagen wirklich „populär“ wurde. Erkennungszeichen und Merkmale identifizieren – das klingt ja zunächst einmal so wie das, was wir hier versuchen: Vorurteile aufbrechen, Strategien erklären und Extremisten enttarnen. Was folgt, hat aber leider wenig mit differenzierter Aufklärung zu tun.

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Aktionswochen gegen Antisemitismus 2012

Auch in diesem Jahr finden wieder die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus statt. Sie jähren sich bereits zum 10. Mal. Werdet Teil der Aktionswochen!

Was sind die Aktionswochen?

Die Aktionswochen gegen Antisemitismus sind die bundesweit größte Kampagne gegen Antisemitismus. Das Ziel dieser Initiative ist es, an vielen Orten gleichzeitig rund um den 9. November ein breites Spektrum von Veranstaltungen gegen Antisemitismus zu organisieren, zu vernetzen und Diskussionen über verschiedene Facetten des Problems zu initiieren.

Mach auch Du mit!

Die Aktionswochen leben von den vielen unterschiedlichen Initiativen und Veranstaltungen vor Ort. Hier findet ihr den bundesweiten Aktionskalender. Schaut schnell mal nach, was in eurer Nähe stattfindet! Und wenn nichts für euch dabei ist, beraten wir euch gern bei eurer eigenen Aktion für die nächsten Aktionswochen! Wer sich mit Veranstaltungen an den Aktionswochen beteiligen möchte, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Unsere Kolleginnen und Kollegen der Amadeu Antonio Stiftung freuen sich sehr, wenn interessierte Initiativen und/oder einzelne Menschen sich mit Veranstaltungen unterschiedlichster Art beteiligen und natürlich die stattfindenden Veranstaltungen besuchen und bewerben :)

Teil der Aktionswochen können nahezu alle Veranstaltungen zum Thema Antisemitismus werden, die im Zeitraum Ende Oktober bis Mitte Dezember stattfinden. Wir freuen uns auf euch!

Der Rote Faden erklärt: Was ist “Rassismus”?

Das heutige Video zeigt auf, wie Rassismus entstehen kann und welche historischen Voraussetzungen gegeben waren für die Manifestation von Rassismus. Weitere Texte und Grafiken zu dem Thema findet ihr unter dem Schlagwort Rassismus hier auf unserem Blog.

no-nazi.net beantwortet Hassmails. Heute : “The Rainy Castle & die Hagalrune”

Wir erhalten immer wieder spannende Anfragen und interessante Diskussionsbeiträge per Mail, doch manchmal kommt auch ganz schöner Schrott mit der elektronischen Post. Ob das ernst gemeint ist oder uns nur vom Arbeiten abhalten soll, wissen wir oft erst auf den zweiten Blick. Bei manchen Mails ist es jedoch sehr eindeutig. Hier haben wir ein klassisches Beispiel zum Einstieg. “The Rainy Castle” schreibt uns eine Mail auf Grund unserer Erklärung zur Hagalrune.

Frag nnn: Was eigentlich ist die Antifa?

Will man sich mit rassistischen und brutalen Phänomen wie dem „Nationalen Widerstand“ beschäftigen oder sich aktuelle „Nazi-Symbole“ näher anschauen, stolpert man immer wieder über den merkwürdigen Slogan „Anti-Antifa“. Was aber ist damit gemeint, bzw. was eigentlich ist die Antifa? (mehr …)

Quiz: Welche abgeschaltete Neonazi-Webseite verbirgt sich hinter diesem Bild?

Am Mittwoch beantworteten wir die Frage, warum das Verbot rechtsextremer Webseiten im Internet sinnvoll ist. Heute dürft ihr ein bisschen puzzeln, welcher der im Artikel genannten Webseiten sich wohl hinter dem hier gezeigten Screenshot verbirgt:

a) Das Afrika-Netzwerk.tu

b) Nazis-die-die-Welt-erobern.com

c) Thiazi.net

d) Altermedia Deutschland

Jung gegen Rechts: Wie Mauerreste des Warschauer Ghettos lebendig werden

Gestern haben wir euch schon im Interview die Ideen der beiden Jungs von “Jung gegen Rechts” vorgestellt. Heute gibt es dazu das passende Video. Die beiden 15- und 17 Jährigen wollten ein Signal dafür setzen, dass Fußballbegeisterung einerseits und die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit, mit Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus andererseits in Einklang zu bringen sind.

Max-Fabian über das Projekt ‘Jung gegen Rechts':

“Nachdem wir Oświęcim und Krakau besucht hatten, waren wir auch in Warschau. Dort verbrachten wir viel Zeit im modernen Museum des Warschauer Aufstandes und waren auch am Mahnmal des Warschauer Ghettos, an dem Willy Brandt im Jahre 1970 niederkniete und das polnischen Volk um Vergebung für die deutschen Verbrechen bat. (mehr …)

Gute Aktion: “Jung gegen rechts” verbindet Fußball und Aufklärungsarbeit

“Wer einmal Auschwitz besucht hat, ist ein anderer Mensch”: Unter diesem Titel haben Max-Fabian Wolff-Jürgens (17) und Jamal Gharez (15) von der Initiative “Jung gegen Rechts” einen Bericht über ihre Reise nach Polen während der Fußball-EM 2012 verfasst. Sie wollten dabei ihre Fußballbegeisterung ausleben, aber sich auch mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Dadurch sollte gezeigt werden, dass man beide Vorhaben miteinander verknüpfen kann. Die Initiative will durch ihre Aktionen andere, vor allem Jugendliche, dazu ermutigen, Position gegen rechtsextreme und rassistische Tendenzen zu beziehen. (mehr …)

Warum das Verbot rechter Kameradschaften so wichtig ist


In der dritten Augustwoche wurden drei große Neonazi-Kameradschaften in Nordrhein-Westfalen verboten. Das Verbot betraf den “Nationalen Widerstand Dortmund”, die “Kameradschaft Hamm” und die “Kameradschaft Aachener Land”. Daraufhin erfolgten große Razzien bei Mitgliedern dieser Kameradschaften und zeigten deutlich, wie bewaffnet und gewaltbereit die Neonazis sind. Wir möchten heute darüber aufklären, welche Gefahren von diesen Gruppen ausgingen und warum ihr Verbot so wichtig ist.

Hintergrund

Am 23. August 2012 durchsuchten mehr als 900 Polizisten ca. 140 Räumlichkeiten in Nordrhein-Westfalen. Dabei fanden sie zahlreiche Schusswaffen, Schlagringe, Schlagstöcke, Messer und andere gefährliche Waffen. Den Kameradschaften wurden das Vermögen entzogen sowie das Tragen ihrer Kameradschafts-Symbole verboten.

Gefahr rechter Kameradschaften am Beispiel der KAL (mehr …)

Nazis gegen Krieg??

Vor sieben Jahren meldeten die Nazis in Dortmund ihre erste Demonstration “gegen Krieg” an und durften in den vergangenen Jahren diese Demonstration jährlich wiederholen. Dieses Jahr wurden ihre Demonstration und das dazugehörige Konzert endlich bereits im Vorfeld verboten. Doch wieso tun die Neonazis überhaupt so als ob sie was gegen Krieg hätten?

Hintergrund des Antikriegstages (mehr …)

NPD und Umweltschutz?!

Vielen Dank an www.projektwerkstatt.de.

Die NPD ist bekannt dafür, bürger*innen-nahe Themen zu platzieren ohne sie inhaltlich ausfüllen zu können. Besonders absurd ist ihre Version von „Umweltschutz“.

Deutsche Landschaften sind „Kulturlandschaften“, so die NPD. Angeblich kann der Einsatz für die Umwelt nicht ohne eine kulturelle Entwicklung stattfinden. Schon hier wird’s kompliziert. Worum geht’s? Und was versteht die NPD unter „Kultur“?

Geht es ihnen wirklich um Naturschutz?

In den letzten Wochen veröffentlichten wir bereits Artikel über die NPD und ihren Volks- und Familienbegriff. Heute beschäftigen wir uns mit der NPD und Umweltschutz. Wir schauen, was für Motive sich dahinter verbergen und mit welchen Bedeutungen die NPD diese Begriffe besetzen will.

So kann beispielsweise „Kultur“ bei der NPD – wie scheinbar auch alles andere – nicht ohne den „nationalen Charakter“ gedacht werden. Die Aussage einer angeblich „fremden Mehrheitskultur“, die zum „Völkermord an den Einheimischen“ führen würde, stellt deutlich dar, mit welchen Verfolgungsängsten die NPD zu tun hat. Sie fordern „deutsche Kulturlandschaften“ und stellen die „deutsche Kultur“ als höherwertig als andere da. Dadurch werten sie andere Gesellschaften und Lebensformen herab.

Was hat das nun mit Umweltschutz zu tun?  (mehr …)