Zum Begriff “Ausländer”

…und warum er nicht so cool ist

Immer wieder ist von so genannten “Ausländern” die Rede. Ob in den Nachrichten, auf der Straße oder in Gesprächen – es sind “Ausländer”, die “integriert” werden sollen, die in Deutschland Diskriminierung erfahren oder die die NPD “zurück nach Hause” schicken will.
Was für Menschen mit dem Begriff “Ausländer” gemeint sind, ist vielen oftmals selbst nicht klar und was damit bezeichnet werden soll, auch häufig nicht korrekt.

Definition von “Ausländer”, so wie sie im Duden steht:
Ein “Ausländer” (und auch eine Ausländerin) ist:  “Angehörige*r eines fremden Staates, also ausländische*r Staatsangehörige*r oder Staatenloser.”

In Deutschland sind diejenigen “Ausländer”, die dem Grundgesetz nach keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Es gibt auch den Begriff so genannter  “Statusdeutscher”, die zwar keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aber trotzdem als “Deutsche” gezählt werden.

Rechtlich bedeutet das für die Menschen, die als “Ausländer” betitelt werden, dass sie zwar Anspruch auf Menschenrechte, nicht aber automatisch auch auf die Bürgerrechte des deutschen Staates haben.

So wie der Begriff oft verwendet wird:
Mit dem Begriff “Ausländer” werden viele verschiedene Menschen bezeichnet, die sich in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen befinden. Und da fängt das Problem schon an: Denn viele verschiedene Menschen werden in eine Schublade gesteckt. Geht es in den seltensten Fällen doch nur um Menschen auf der Durchreise.

Menschen, die durch ihr Äußeres oder ihrer Herkunft als “nicht-deutsch” wahrgenommen werden, werden häufig gleich zu “Ausländern” gemacht. Also auch Menschen die im Grunde genommen eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.

Ob Menschen diskriminiert werden, hängt aber nicht nur mit dem rechtlichen Status zusammen, sondern liegt vielmehr daran wie sie in der Gesellschaft gesehen werden.

Das Negative, dass in dem Wort steckt:
Denn auch wenn die formale Definition von “Ausländer” auf eine Person zutreffend sein kann, schwingt bei dem Begriff viel Negatives mit. Auch unbeabsichtigt, kann es verletzend sein, wenn ich jemande*n als “Ausländer*in” bezeichne.

Das kommt zum Beispiel von diversen Vorurteilen in Sprüchen wie “Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg”. Und auch durch stereotype Bilder von “Ausländern” als die “Anderen” und die “Fremden”. Die betroffenen Personen werden also nicht in erster Linie als Menschen angesehen sondern erstmal als “Ausländer*innen”, Fremde.

Wer wird alles als “Ausländer*in” in Deutschland bezeichnet?
Als Ausländer werden  verschiedene Personen bezeichnet, die von den “Inländern”, in Deutschland von den “Deutschen” unterschieden werden.

Dabei werden diese  Personen unabhängig von ihren individuellen Eigenschaften in eine Kategorie gepresst. Und diese Kategorie ist nicht einmal dafür da, die konkrete Situation zu bezeichnen, in der sich eine Person befindet.

Überlegt doch mal, welches Bild euch in den Kopf schießt, wenn ihr den Ausdruck “Ausländer” hört? An was denkt ihr zuerst?

 

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2 Kommentare

  1. Franka sagt:

    Ich denke an Menschen, die nicht aus meinem Land kommen, obwohl sie vielleicht von deutscher Staatsangehörigkeit sind. Ich gehe nach dem Aussehen und nach den Fakten, was natürlich total falsch von mir ist.

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  2. blanchefleur sagt:

    AUSGRENZUNG. Das Erste und das Letzte, woran ich als Ausländerin denke, wenn man mich als “Ausländerin” (allerdings anders betont, als wenn ich selbst das Wort ausspreche) betitelt. Also eher dröhnt das Präfix “AUS” im Kopf, als das “-Länderin”. Rein semantisch. Jedoch auch ziemlich hautnah.

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