Wer ermordete Burak B.?

Der Mord an Burak B. in Berlin-Neukölln ist jetzt schon fast ein Jahr her. Er ereignete sich in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012. Trotzdem ist immer noch nicht geklärt, wer an dem Tod des 22-Jährigen verantwortlich ist. Auch die Frage, ob der*die Täter*in aus rassistischen Motiven handelte, ist unklar.

Was in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012 geschah

Burak und seine vier Freunde befinden sich in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012 auf der gegenüberliegenden Straße des Krankenhauses Berlin- Neukölln. Die Gruppe der fünf Männer unterhalten sich dort nachts auf der Straße, lachen und haben Spaß. Sie sitzen in einer Bushaltestelle bis ein unbekannter Mann die Straße hochläuft. Als er auf die fünf Menschen stößt, zieht er völlig unerwartet eine Pistole und drückt  ab. Burak B. stirbt an einem Lungendurchschuss, zwei seiner Freunde überleben die Tat, werden aber lebensgefährlich verletzt.

Tatmotiv- Rassismus

Für die Angehörigen und Freund*innen von Burak B. ist schnell klar: Es handelt sich hier um einen rassistischen Mord. Die Polizei ermittelt in “alle Richtungen”, verfügt aber auch ein Jahr nach der Mordnacht über keine Ermittlungserfolge. In Neukölln, einem Stadtteil im Berliner Süden, sind Nazi- Aktivitäten und rechte Propaganda keine Seltenheit. Das Anton- Schmaus- Haus, eine Einrichtung der Falken- Jugend, wurde in der Vergangenheit schon mehrfach durch Neonazis angezündet. Eine Familie, die in der Hufeisensiedlung in Neukölln wohnt und von Neonazis keine NPD- Propaganda annehmen wollte, wird seitdem -verbal und gewalttätig- von Neonazis terrorisiert. Vor einigen Jahren verübten Neonazis einen Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie. Und auch für Burak und seine Freund*innen sind rassistische Erfahrungen leider keine Seltenheit.

Die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B. fühlt sich bei der Tat an die Mordserie des “Nationalsozialistischen Untergrund” erinnert. Jahrelang konnte ein Neonazi- Terrornetzwerk in Deutschland ungehindert morden und insgesamt 10 migrantische Kleinunternehmer  umbringen. Die Sicherheitsbehörden schlossen dabei einen rassistischen Hintergrund aus und machten die Familien der Angehörigen zu Tätern. Denn innerhalb der Familien sollten angebliche „kriminelle Verstrickungen in der türkischen Gemeinde“ oder „Schutzgelderpressungen“ für die Taten verantwortlich sein.

Deshalb fordert die Initiative:

- einen möglichen rassistischen Hintergrund dieses Mordes zu untersuchen.
- den Berliner Innensenator auf, für eine rückhaltlose Aufklärung dieses Mordes zu sorgen.
- eine sensibilisierte Gesellschaft, die rassistische Morde nicht mehr schweigend hinnimmt.

Am Samstag, den 6.April 2013 veranstaltet die Initiative eine Demonstration anlässlich des Todestages und den fehlenden Ermittlungserfolgen. Die Demo startet um 14 Uhr am Friedhof Columbiadamm.

Weitere Infos:

Hier gelangt ihr zu der Internetseite der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B. und hier zur Facebook- Präsenz.

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