Frag nnn: Was eigentlich ist die Antifa?

Will man sich mit rassistischen und brutalen Phänomen wie dem „Nationalen Widerstand“ beschäftigen oder sich aktuelle „Nazi-Symbole“ näher anschauen, stolpert man immer wieder über den merkwürdigen Slogan „Anti-Antifa“. Was aber ist damit gemeint, bzw. was eigentlich ist die Antifa?

Die Antifa

Der Begriff „Antifa“ ist eine Abkürzung und steht für die Begriffe „Antifaschismus“ oder „Antifaschistische Aktion“. Unter Faschismus kann ein diktatorisches Regime verstanden werden, dass sich vor allem durch Unterdrückung, Gewaltverherrlichung und einen ausgeprägten Führerkult bezeichnen lässt.

Die Antifaschistische Aktion kommt ursprünglich aus Italien. Politische Gegner*innen des damaligen faschistischen Diktators Mussolini wurden als Antifaschist*innen bezeichnet. In Deutschland gab es die Bewegung der Antifaschistischen Aktion erstmals 1923. Sie bildete sich aus verschiedenen Gruppen, Organisationen und Parteien um gegen den aufsteigenden Faschismus anzukämpfen. Seit den 1980er Jahren bildeten sich wieder verstärkt antifaschistische Strukturen.

International

Die Antifa ist eine internationale Organisation, die sich vor allem gegen soziale Phänomene wie Faschismus, Rassismus, Antisemitismus, Verklärung des Nationalsozialismus, Sexismus, Homophobie und Menschenfeindlichkeit einsetzt und darüber aufklärt. In fast jeder Stadt gibt es eine oder mehrere Antifagruppen, die sich weder Parteien noch Verbänden unterordnen. Damit wollen sie vor allem ihre Unabhängigkeit und Objektivität behalten. Darüber hinaus engagieren sich Antifagruppen beispielsweise auch für die Entstehung alternativer Wirtschaftssysteme.

Aufklärungsarbeit und Auseinandersetzung mit ganz unterschiedlichen Themen des Zusammenlebens

Die Antifa leistet vor allem die wichtige Arbeit der Aufklärung über Nazi-Strukturen. Durch eine vielseitige Recherche und Öffentlichkeitsarbeit gelingt es ihr immer wieder Veranstaltungen, Flugblattaktionen, Demonstrationen, Kundgebungen und Konzerte zu organisieren um menschenverachtende Vorgänge aufzuzeigen. Antifaschistische Aktionen setzten sich zudem mit aktuellen Themen inhaltlich auseinander und schaffen dadurch einen öffentlichen Diskurs, der auf ein friedliches und vor allem auch respektvolles Miteinander aller Menschen abzielt. Dazu gehört zum Beispiel das Aufdecken von Nazi-Treffen wie letzte Woche in Hamm.

Organisation von Demos gegen Nazis

Weiterhin besteht die Aufgabe der Antifa darin, Demonstrationen, Kundgebungen oder Infostände von Nazis zu verhindern. Damit soll gegen rechte Gewalt und das Verbreiten menschfeindlicher Propaganda vorgegangen werden.

Ein Beispiel für eine weitgefächerte und bundesweite Antifa Aktion ist der Aufruf „Schöner leben ohne Naziläden!“. Mit dieser Aktion wird über den Sitz von Naziläden aufgeklärt, die unter anderem die unter den Nazis sehr beliebte „Modemarke“ Thor Steinar verkaufen. Zudem werden zahlreiche und vielfältige Gegenaktionen geplant und zu einem breiten Widerstand aufgerufen. Dazu gab es gerade unter anderem in Berlin wieder einige Aktionen, zum Beispiel in Friedrichshain und Lichtenberg.

Antifaschistische Aktionen sind also internationale Bewegungen, die sich vor allem gegen faschistische, menschenfeindliche Strukturen und Gruppierungen einsetzen. Ihre unbedingte Notwendigkeit erhalten sie vor allem auch durch ihren unermüdlichen Einsatz der Recherche und Aufklärungsarbeit.

Manchmal auch problematische Strömungen

Jedoch gibt es in der Antifaszene auch immer mal wieder Splittergruppen, die Gewalt und Vandalismus bejahen. Das zeigt, dass die “Antifa” keine homogene Gruppe, also keine gleichgeschaltete Gruppe ist, sondern es auch hier sehr unterschiedliche Vorstellungen und Vorgehensweisen gibt. Häufig wird genau dieses vandalierende Bild von Medien aufgegriffen und als das allgemeine Image der Antifa präsentiert. Der Grundgedanke eines aufgeklärten, aufgeschlossenen und respektvollen Umgangs miteinander ist jedoch glücklicherweise größtenteils vertreten.

Und was ist dann die Anti-Antifa?

Die so genannte „Anti-Antifa“ ist eine Bewegung der Nazis, die sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allen Dingen politische Gegner*innen zu tyrannisieren, einzuschüchtern und zu ängstigen. Wie der Name bereits verrät, konnten sie sich wie üblich wieder mal nichts Eigenes einfallen lassen. Das Hauptziel dieser rassistischen Gruppierung ist die Erschaffung eines gemeinsamen Feindbildes: die Antifa. Damit sind bei den Nazis allerdings alle politischen Gegner*innen gemeint, die sich gegen Neonazis und für ein tolerantes Miteinander einsetzen. Für die Nazis soll scheinbar durch die Schaffung eines gemeinsamen „Feindes“ vor allem Streit und Konkurrenz zwischen den verschiedenen Nazi-Organisationen überwunden werden. Ihre Hauptbeschäftigung der so genannten Anti-Antifa liegt unter darum darin, sinnlos Daten über vermeintliche Antifa-Mitglieder zu sammeln. Diese blinde Sammelwut soll ihnen helfen, politische Gegner*innen einzuschüchtern und zu bedrohen. In den meisten Fällen hat es jedoch keine Konsequenzen, wenn man von den Nazis fotografiert wurde. Oftmals sind sie noch nicht mal fähig den Namen oder andere Angaben der fotografierten Person herauszufinden. Am besten ist es deshalb sich von dem Gehabe der Nazis nicht beeindrucken zu lassen, da sie sonst ihr Ziel erreicht haben: die Einschüchterung und Verunsicherung ihrer politischen Gegner*innen.

Text von Judith Tuchscherer

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2 Kommentare

  1. Bernd Lauert sagt:

    Die Antifa ist hauptsächlich eins: Linksextrem und Gefährlich. Solche Gruppieren gehören verboten.

  2. sören sagt:

    hallo ich bin der sören….und bin 12 jahre alt….finde das ganz supi dass ihr was gegen narzis macht

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