Hingehört! Rechtsextreme Musik #3: Liedermacher*innen

Teil 3 unserer Reihe zu rechtsextremer Musik, heute geht’s um rechtsextreme “Liedermacher*innen”.

“Wo ist der Mensch, der mich versteht, mit dem es sich in Freude lebt. Und dann seh ich sie von weitem stolz dort steh´n, als deutsches Mädel erhobenen hauptes geh´n (…) Denn deutsch ist ihr Wesen und deutsch ihre Art, Anmut und Tugend sich in ihr gepaart, denn deutsche Mädels find´st du heut in Deutschland kaum (…)”

(Auszug eines Liedtextes des rechtsextremen Liedermachers Frank Rennicke:)

 Voller Kitsch und Pathos: der rechtsextreme Liedermacher Rennicke in einem Youtube-Video

Au weia, so hört es sich also an wenn ein Nazi versucht, Liebeslieder zu schreiben… Kitschige Floskeln gepaart mit gruseliger Deutschtümelei. Hier wird von einer sich vorgestellten “deutschen Wesensart” geträumt und die Frau als “Mädel” nur im Bezug auf ihr angebliches “deutsch-sein” angeschmachtet.

Der bekannteste rechtsextreme Liedermacher Frank Rennicke, singt neben solch schnulzig völkischen Liebesliedern aber auch über andere Themen. Die “Liebe zum Vaterland” liegt ihm dabei aber immer besonders am Herzen. “Für Deutschland”, “Sehnsucht nach der Heimat” oder “Ich bin froh dass ich ein Deutscher bin” sind beispielsweise die Titel zahlreicher Lieder, in denen Rennicke seine neonazistichen Ansichten vertont. (mehr…)

Hingehört! Neonazis und Musik #1: NSBM & RAC

Musik hören viele Menschen sehr gerne: Egal ob in der Badewanne, auf der Party oder unterwegs. Musik verbindet, bringt Leute zusammen, löst Erinnerungen und Emotionen aus.  Gerade in Subkulturen und diversen Jugend-Szenen spielt Musik deshalb eine große Rolle. Leider auch im negativen Sinn, denn gerade Musik ist häufig der erste Zugang zur Neonazi-Szene.

Expert*innen gehen daher immer wieder auf die große Bedeutung von Rechtsrock- Konzerten und generell neonazistischer Musik ein. Rassistische und antisemitische Inhalte werden musikalisch untermalt und erreichen per Youtube- Klicks potenzielle Einsteiger*innen. Konzerte bringen Neonazis und interessierte Mitfeiernde zusammen, das gemeinsame Feiern von rassistischer Musik verbindet die Szene und vermittelt einen bestimmten rechtsextremen Lifestyle.

Deshalb nun unsere neue Reihe zu “Neonazis und Musik”, damit ihr eine Idee davon bekommt, zu welchen Klängen ihr das Kopfnicken lieber vermeidet sollte und an welcher Stelle vielleicht auch eure Freundinnen und Freunde mal ein bisschen genauer hinhören sollten, bevor sie einfach nur “die Musik” mögen.

Los geht es heute mit zwei verschiedenen Themengebieten:

Was versteckt sich hinter dem Begriff “Rock Against Communism” und wer oder was ist “National Socialist Black Metal”, das in der Black-Metal Szene vorzufinden ist.

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Rechtspopulismus: Parolen, Akteur*innen, Medien #6:
Und was wollen die nun eigentlich mit Israel?

Kein seltener Anblick: Rechtspopulistische Parteien wie “Pro Deutschland” oder “Die Freiheit” demonstrieren gegen den Bau einer Moschee. Unter den zahlreichen Deutschlandfahnen lassen sich auch Israelfahnen erkennen. Warum schwingen Rechtspopulist*innen die Nationalfahne vom jüdischen Staat? Welche Argumention steckt dahinter?

6. Teil unserer Serie “Rechtspopulismus: Parolen, Akteur*innen, Medien”:

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Heute im Blogroll: Antiziganismus-Watchblog

Vor kurzem konntet ihr auf unserem Blog einen Artikel zum Thema Antiziganismus (ANTI- WAS? Z-I-G-A-N-I-S-M-U-S? WAS IST DENN DAS? – über die Feindschaft gegenüber Sinti und Roma) lesen.

Dabei haben wir uns angeschaut, was eigentlich unter Antiziganismus zu verstehen ist, wie alltäglich die Feindschaft gegenüber Sinti und Roma ist und – auch ganz wichtig – was man dagegen tun kann.

Deshalb wollen wir euch heute den Antiziganismus Watchblog vorstellen – als ein unterstützenswertes Projekt das Antiziganismus sichtbar und sich dagegen stark macht! (mehr…)

Dienstagsvideotip: World War II: Crash Course World History #38

Diese Woche  wollen wir euch die Reihe “Crash Course World History” vorstellen und beginnen diese mit einem informativen Video zur Geschichte des zweiten Weltkrieges – mit dem Video “World War II”.

Auch wenn sich die*der ein*e oder andere vielleicht denken wird: “nicht schon wieder ein II. Weltkriegsdokufilm!” …

Doch! Aber nicht im Stil einer trockenen “Daten & Fakten Odyssee“, wie man sie von den Geschichtsstunden aus der Schule kennt. Oder einer der zahllosen „grau in grau“ Filme von N24. Auf unterhaltsame Art bietet euch der Clip auch einmal eine andere (amerikanische) Perspektive auf die Ereignisse des II. Weltkriegs, denn die deutsche Version kennt man für gewöhnlich sowieso schon in und auswendig.

John Green betrachtet vor allem die wichtigsten Geschehnisse aus einem globalen Blickwinkel und zeigt somit welche Einflüsse dies auf den Krieg, aber auch auf unsere jüngere Zukunft hatte. So wird vor allem auch die (mit entscheidende) Rolle der britischen Kolonien und die Hilfe anderer Nationen (wie z.B. Argentinien) berücksichtigt.

Der ironische Unterton ist zwar eine Gewöhnungsfrage, aber für diese Art der Erzählung „passend“, obwohl Green auch darauf hinweist, dass man diese bei Minute 9:15 mit Vorsicht betrachten sollte. Zusätzlich liefert der Film Informationen, von denen man so vielleicht noch nichts gehört oder gelesen hat. Wusstet ihr, …

… dass Argentinien 40 % des Fleischbedarfs für England gedeckt hat?

… dass Kanada in Prozent gemessen mehr Soldaten verloren hat, als die USA?

… oder, dass Japan Bauern in Korea angesiedelt hat?

 Sehr gelungene Animationen und graphische Einschübe runden das Bild, eines wirklich gelungenen und einprägsamen Geschichtsfilms ab.

 Das im Film angesprochene, lateinische Zitat: „Homo homini lupus“, bedeutet frei übersetzt auf Deutsch „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ – also Menschen verhalten sich gegenüber ihrer Mitmenschen unmenschlich da sie von Natur aus egoistisch und nur aufs eigene Wohl bedacht sind.

Was denkt ihr dazu? Seht ihr das ähnlich?
Und wie schätzt ihr die Möglichkeit ein, dass sich Katastrophen, wie der II. Weltkrieg wiederholen könnten? Wir freuen uns über Mails oder Nachrichten an: nonazinet@amadeu-antonio-stiftung.de, oder Kommentare über unsere Seiten auf den sozialen Netzwerken.

Hingehört! Überblick zu Neonazis und Musik

Du hörst gerne Musik? Neonazis leider auch. Und nicht nur das, sie machen auch welche! Um euch zu zeigen, welche Bands und Musikrichtungen problematisch sind, wo man besser genau hinhören sollte und besser nicht mitnicken sollte, starten wir eine Reihe zu rechtsextremer Musik! Lies hier was dich erwarten wird:

Musik verbindet viele Menschen innerhalb einer Szene oder Subkultur. Bestimmte Inhalte können geteilt und Beats und Klänge gemeinsam erlebt werden. Auch in vielen rechtsextremen Kreisen spielt Musik eine ganz wesentliche Rolle.

Nicht nur, was allgemein als “Rechtsrock” bezeichnet wird, ist Teil der Musik innerhalb rechtsextremistischer Kreise. Es gibt auch viele andere Genres, die Neonazis für ihre rechte Ideologie benutzen. Rechtsextremer Hiphop? Nazis in der Techno-Szene? Ja! Auch das gibt es… (mehr…)

Dienstagsvideotip: Riot Brigade – more to learn

Da wir uns derzeit intensiv mit problematischen Inhalten in Musik und Subkultur beschäftigen, wollen wir euch unbedingt auch zeigen, dass es viele Künstler*innen gibt, deren Musik nicht nur gut, sondern auch politisch ist! Letzte Woche haben wir bereits die Band Feine Sahne Fischfilet vorgestellt, die sich mit ihren Texten, Konzerten und politischem Engagement aktiv gegen Neonazis positioniert.

Auch die Punk-Band Riot Brigade wollen wir euch als Musik mit Message nicht vorenthalten! Danke für den Tipp bei Facebook, Christoph. Im Video zum Song “more to learn” setzen die Punks ein klares Zeichen gegen Stereotype und Vorurteile. Aber seht selbst:

Riot Brigade schauen auf 10 Jahre Bandgeschichte zurück: Inhaltlich wie musikalisch haben sie sich weiter entwickelt. Dennoch ging die Band stets offen mit ihrem politischen Anspruch um. Selten war Punk durchgehend so politisch! “Riot Brigade steht für Freiheit, Gleichberechtigung und spricht sich gegen Diskriminierung jeglicher Art aus” sagen sie in einem Interview mit dem Pogoradio. Und das sagen sie nicht nur, sie machen es auch praktisch: Nicht nur in Interviews oder auf ihrer Facebook Seite ist das Engagement gegen menschenverachtende Ideologien nicht zu übersehen, sie schreiben auch viele Texte über Geschichtsrevisionismus, Engagement gegen Neonazis, Rassismus und Nationalismus. Sie spielen Konzerte zu “Soli-Zwecken”, um lokale Initiativen und Strukturen zu unterstützen. Auch vor “Szene-Kritik” scheuen sie nicht: Grauzonen-Musik oder prolliges Verhalten, Homophobie und Sexismus im Hardcore/Punk werden problematisiert und angesprochen. In der Musik von Riot Brigade wird Kritik und Melodie, Pogo- Party und Politik wunderbar miteinander vereint.

Was für Musik hört ihr gerne? Welche Bands oder Musiker*innen machen tolle Mukke ohne rassistische oder sexistische Inhalte? Wir freuen uns über Mails oder Nachrichten an: nonazinet@amadeu-antonio-stiftung.de.

Rechtspopulist*innen kritisieren die Europa-Krise – doch was steckt dahinter?

Screenshot:
Homepage “der Republikaner Hessen”

Diesen Samstag, am 22. Juni 2013, plant die rechtspopulistische Partei Die Republikaner aus Hessen zusammen mit dem Ring freiheitlicher Jugend Deutschlands (RFJ) eine Demonstration vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt a. M. Unter dem Motto “Gegen die EUro-Diktatur“ wollen sie dort gegen die „Ausbeutung der deutschen Bevölkerung“ protestieren.

Doch was verbirgt sich hinter dieser rechtspopulistischen Kritik im Bezug auf die Schulden-Krise in Europa? Warum sprechen die Republikaner von einer angeblichen “EU-Diktatur”? Und sind wirklich alle in Deutschland lebenden Menschen gemeint, wenn von “deutscher Bevölkerung” die Rede ist? (mehr…)

Anti- was? Z-I-G-A-N-I-S-M-U-S? Was ist denn das? 

Über die Feindschaft gegenüber Sinti und Roma

Der Begriff ANTIZIGANISMUS beinhaltet das Wort “Zigan”. Was sich nach”Zigeuner” anhört,  ist eine ausgrenzende und abwertende Fremdbezeichnung für Sinti und Roma.

Trotz des deut­schen Völ­ker­mor­des an Sinti und Roma im Nationalsozialismus, dem 500.000 Men­schen zum Opfer fie­len, ist die grundliegende Diskriminierungsform bis heute kaum bekannt. So präsent sie ist, so selten wird sie wiederum zum Thema: Auch engagierte Antirasst*innen und Politikwissenschaftler*innen haben diesen spezifischen Rassismus gegen Sinti und Roma selten auf dem Schirm.

Wie alltäglich Antiziganismus leider ist, wer denn diese Sinti und Roma sind, was dazu gehört und wie man sich dagegen engagieren kann, erfahrt ihr hier! (mehr…)

Rechtspopulismus: Parolen, Akteur*innen, Medien #3

Heute geht es mit unserem dritten Teil der Artikelserie zum Thema “Rechtspopulismus” weiter. In den vergangenen zwei Wochen haben wir zum Einen erklärt, was “Rechtspopulismus” eigentlich genau ist und uns auf der anderen Seite angeschaut, was rechtspopulistische Politiker*innen so von sich geben um gegen Migrant*innen zu hetzen.

Nun wollen wir uns näher mit den Akteur*innen beschäftigen. Welche Parteien und Bürgerinitiativen gibt es, die der Strömung des Rechtspopulismus in Deutschland zugeordnet werden? (mehr…)

“Nationale Solidarität”: Die NPD und die Hochwasser-Katastrophe

Facebook-Screenshot der sächsischen NPD-Fraktion: Es fällt auf, dass die Nazis sich bei der Fluthilfe nicht wirklich mit Sand beschmieren. Ob sie wirklich helfen, ist sehr zu hinterfragen!

Viele Teile Deutschlands sind zur Zeit von der Flutkatastrophe betroffen. Und was machen die Nazis? Nutzen genau diese Katastrophe für ihre menschenverachtende Propaganda! Also, VORSICHT!

Auch wenn Nazis behaupten, sie täten etwas gegen die Flut, sollte man genau hinsehen, wer da die Sandsäcke schleppt!

Was steckt eigentlich hinter den Aufrufen zur “nationalen Solidarität”? (mehr…)