Diskriminierung im Alltag – WTF?!#1

Nicht selten ein Ort für Diskriminierung: Die Disco

Immer wieder werden Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer (vermeintlichen) Herkunft, der Hautfarbe oder der Religion benachteiligt oder anders behandelt. Manchmal führen auch körperliche Einschränkungen oder ein ungewohntes Aussehen zu benachteiligenden Handlungen. Wenn so etwas passiert, sprechen wir von Diskriminierung.

Diskriminierende Situationen sind für die betroffenen Personen leider keine Ausnahme, sondern häufig alltägliche Begebenheiten. In unserer Reihe “Diskriminierung im Alltag” wollen wir uns genauer mit diesen Situationen beschäftigen: Wo werden Menschen in Deutschland diskriminiert und anders behandelt als der Rest der Mehrheitsgesellschaft? Zum Einen wollen wir herausfinden, wie Menschen sich wehren können, wenn sie diskriminiert werden. Zum Anderen möchten wir euch Handlungstipps geben, wie man reagieren kann, wenn man schwierige, oft lähmende Situationen erlebt, in denen andere diskriminiert werden. Unser “How to fight discrimination” heute:

Diskriminierung an der Tür eines Clubs

Drei Männer stehen gegen 23 Uhr vor einer Discothek in Berlin. Der Türsteher will von den drei Männern, die alle 34 Jahre alt sind, ihre Papiere sehen. Da sie dieses Vorgehen aufgrund ihres Alters nicht gewohnt sind und nur ihre Studentenausweise vorzeigen können, sollen sie neben der Schlange von anstehenden Partygästen zu warten. Kurze Zeit später kommt ein weiterer Türsteher auf sie zu und bittet sie das Gelände zu verlassen, da “man normalerweise keine Ausländer rein lasse”. Die drei Männer versuchen es erneut und begeben sich erneut in die Schlange, werden aber wieder nicht rein gelassen. Ihnen wird mitgeteilt, sie sollen es ein anderes Mal versuchen, da sie heute keine Chance hätten.

Diese Geschichte, über die die tageszeitung aus Berlin berichtete,  ist leider kein Einzelfall. Clubs und Diskotheken geraten immer wieder in (negative) Schlagzeilen, weil es Hinweise auf eine “Ausländerquote” gibt. Das heißt konkret, dass Türsteher*innen nur einen bestimmten Prozentsatz an Menschen rein lassen, die sie als “nicht deutsch” wahr nehmen. Menschen, die also als “Schwarz” und/oder “fremd” wahrgenommen werden, ein Kopftuch tragen oder deren Namen nicht “deutsch” klingt, haben nicht die gleichen Rechte wie andere Menschen bei dem Besuch vieler Clubs. Sie werden oft aufgrund dieser Merkmale anders behandelt: Ein klarer Fall von Diskriminierung.

Selber aktiv werden

Diese Diskriminierungssituation ist leider keine Seltenheit. Quer durch Deutschland finden fast jedes Wochenende rassistische Einlasskontrollen vor Clubs statt. Verschiedene Zeitungsartikel, die das Problem thematisieren, könnt ihr hier,hier,hier und hier nachlesen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was jede*r einzelne*r von uns machen kann, wenn er oder sie das nächste Mal von diskriminierenden Verhalten seitens der Türsteher*innen des Clubs mitbekommt, in dem man selbst einen lustigen Abend verbringen möchte.

Wichtig ist immer, sich mit der betroffenen Person zu solidarisieren! Clubbetreiber*innen und Türsteher*innen sind darauf angewiesen, dass viele Menschen die Party besuchen wollen und Geld ausgeben. Ein Boykott des Clubs, also die Verweigerung des Partybesuches kann die Veranstalter*innen ziemlich in Bedrängnis bringen. Wenn du und deine Freund*innen den Einlass aller Menschen fordert, da ihr ansonsten die Party verlasst, ist das ein wichtiger Schritt. Dabei gilt natürlich, dass es hilft, wenn ihr nicht die Einzigen bleibt, die protestieren. Also: Weitere Partygäste ansprechen, auf die diskriminierende Situation aufmerksam machen und zum Boykott mobilisieren! Sucht euch doch gemeinsam eine neue Partylocation.

Juristische Konsequenzen

Wenn das alles nicht helfen sollte, könnt ihr euch immer noch an Beratungsstellen, wie z.B Antidiskriminierungsbüros wenden, die es in vielen Städten in Deutschland gibt. Denn eine rassistische  Abweisung an der Tür verstößt gegen das Gleichbehandlungsgesetz, das seit 2006 in Deutschland existiert. Das besagt, dass niemand wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden darf. Der*die Partyveranstalter*in kann also juristisch für das Verhalten der Türsteher*innen belangt werden. Wichtig ist, dass ihr schnell handelt, da eine zweimonatige Klagefrist besteht, ihr also nach zwei Monaten nicht mehr gegen das Verhalten juristisch vorgehen konnt.

Habt ihr schon mal erlebt, dass ihr, eure Freund*innen oder andere Partygäste aufgrund der Hautfarbe, der Religion oder der Herkunft der Einlass verwehrt worden ist? Wie habt ihr reagiert? Was würdet ihr anderen empfehlen?

Text von Olga Wendtke 

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1 Kommentar

  1. rene sagt:

    Hallo ich hatte dieses auch einmal erlebt nach einer ewigrn Diskussion mrinten die Türsteher wenn wir uns weiter beschweren würden sie die Polizei rufen woraufhin wir geantwortet haben das sie dieses gerne tun möchten damit wir Anzeige wegen Diskriminierung stellen können nach Absprache mit ihrem Chef sind wir dann nach einer guten Stunde reingekommen

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