[Umstrittener Humor] Schwarzer Humor: Menschenverachtend und Diskriminierend

Die Seiten nennen sich “[Umstrittener Humor] Schwarzer Humor”, “[Umstrittener Humor] Mein Humor ist so schwarz, der fängt gleich an Baumwolle zu pflücken” oder “Schwarzer Humor ist wie Essen – Manche haben es, manche nicht”. Und dabei verbreiten sie einen angeblichen Humor, der sich über Menschen lustig macht, die in der Gesellschaft immer wieder von Diskriminierung betroffen sind.

Der Humor: Nicht schwarz, sondern menschenverachtend

Bei einem genaueren Blick auf die diversen “Schwarzer Humor” -Seiten, die sich bei Facebook tummeln, wird schnell klar: Gelacht und gescherzt wird dort nur über bestimmte Personengruppen.

Behinderte Menschen, Nicht-Weiße Personen, Migrant*innen, Schwule und Lesben, Juden und Jüdinnen oder das Schicksal von armen Menschen stehen im Fokus der angeblichen witzigen Kommentare oder Fotos. Mit Sprüchen wie “Was ist ein Schwarzer der nicht richtig lesen und schreiben kann? -Ein Legasthenigger” oder “Wie weit muss man das Fenster öffnen wenn ein Türke klopft? -9 mm” soll ein Humor verbreitet werden, der bewusst unter die Gürtellinie geht. Aber der Humor, der dort verbreitet wird, ist nicht “provokativ” oder “schockierend”, sondern schlichtweg menschenverachtend.

Dass das Wort “Nigger”, das sich in dem ersten Kommentar befindet, eine unglaublich rassistische Bezeichnung für Schwarze ist, ist den Betreiber*innen bewusst. Sie finden es scheinbar lustig, Begriffe zu benutzen, die der Zeit der Sklav*innen-Zeit im 16. Jahrhundert entstammen und für die Abwertung von Menschen mit schwarzer Hautfarbe stehen. Auch das andere Zitat macht sich über eine Personengruppe lustig, die oftmals von Rassismus betroffen ist. Die 9 mm, stehen dort nicht für die breite der Türöffnung, sondern für eine Pistolenkugel, die auf den “Türken” abgefeuert werden soll.

Angeblicher Humor transportiert menschenverachtende Inhalte

Wir haben nichts gegen gute Witze und Humor. Jedoch haben wir ein Problem damit, wenn ständig auf den Rücken von Menschen Witze gemacht werden. Und vor allen Dingen, dann, wenn es die trifft, die in der Gesellschaft häufig von Diskriminierung betroffen sind. Denn für diese Personen ist es gar nicht lustig, wenn ständig über ihre Hautfarbe, Religion, Krankheit oder sexuelle Orientierung gelacht wird.

Schwarzer Humor verharmlost in der Regel ernste Themen wie Krankheit, Verbrechen oder Tod. Es geht nicht darum, dass es schlimm ist, wenn man mal im privaten Raum auch mal über ernstere Dinge gelacht wird. Die sogenannten “Humor- Seiten” verbreiten jedoch einen angeblichen Humor, der gleichzeitig Rassismus und andere Diskriminierungsformen befördert. Und dabei sind sie leider ziemlich erfolgreich. “Gefällt mir”-Klickzahlen im 5- stelligen Bereich sind keine Seltenheit. Nicht viele User*innen merken, wie gezielt damit rassistische Inhalte aufbereitet werden. Witze über Homosexuelle oder Schwarze werden so zur Normalität, die Perspektive von Betroffen wird dabei nicht berücksichtigt.

Wie würdest du es denn finden, wenn andauernd Mitschüler*innen Witze über deine Hautfarbe, Religion oder sexuelle Orientierung machen? Auch wenn die Internetseiten nicht den Anschein erwecken, das sie von Rechtsextremist*innen erstellt worden sind, erfreuen sich diese sicher an den “Juden- und Türken- Witzen”, die dort gepostet werden.

Warum nicht öfter über Nazis lachen?

Die Personen, die im Fokus der Witze der “Schwarzer Humor”- Seiten stehen, werden nicht nur in den Witzen, sondern auch in anderen Lebensbereichen mit Rassismus und Ausgrenzung konfrontiert. Neonazis dagegen haben sich ihre politische Einstellung selber aktiv angeeignet und bieten mit ihrem Auftreten viele gute Gründe über sie zu lachen. Es geht dabei nicht darum die Gefährlichkeit von Neonazis herunter zuspielen, sondern die eigene Inszenierung der extremen Rechten, durch Witz und Humor als lächerlich zu enttarnen.

Deshalb viel Spaß und ein erfolgreiches Lachmuskeltraining während der nächsten Minute mit diesem Video:

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1 Kommentar

  1. Dein Blog und der Artikel gefallen mir. Schöne Grüsse aus der Freidenker Galerie.
    Rainer Ostendorf

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