Hingehört! Überblick zu Neonazis und Musik

Du hörst gerne Musik? Neonazis leider auch. Und nicht nur das, sie machen auch welche! Um euch zu zeigen, welche Bands und Musikrichtungen problematisch sind, wo man besser genau hinhören sollte und besser nicht mitnicken sollte, starten wir eine Reihe zu rechtsextremer Musik! Lies hier was dich erwarten wird:

Musik verbindet viele Menschen innerhalb einer Szene oder Subkultur. Bestimmte Inhalte können geteilt und Beats und Klänge gemeinsam erlebt werden. Auch in vielen rechtsextremen Kreisen spielt Musik eine ganz wesentliche Rolle.

Nicht nur, was allgemein als “Rechtsrock” bezeichnet wird, ist Teil der Musik innerhalb rechtsextremistischer Kreise. Es gibt auch viele andere Genres, die Neonazis für ihre rechte Ideologie benutzen. Rechtsextremer Hiphop? Nazis in der Techno-Szene? Ja! Auch das gibt es…

Die Bedeutung von Musik in der Neonazi-Szene
Egal ob bei rechtsextremistischen Aufmärschen, Kongressen, Kameradschaftsabenden oder Konzerten – Musik ist wesentlicher Bestandteil der Neonazi-Szene. Es gibt eigene Musik-Labels, Läden und Versände von Neonazis. Sie dienen nicht nur dazu, rechtsextreme Musik zu verbreiten, sondern sind häufig auch Orte der Vernetzung und des Informationsaustausch innerhalb der Szene.

Musik als “Einstiegsdroge”
Neonazis benutzen Musik um ihr Identitätsgefühl zu stärken und um rechtsextreme Inhalte an anderen Menschen herantragen zu können. Durch Musik ist es teilweise recht einfach mit der rechtsextremen Szene in Kontakt zu kommen. Deswegen wird die Musik häufig auch als “Einstiegsdroge” bezeichnet.

Schulhof-Cds der NPD
Dieses Konzept verfolgt beispielsweise die NPD mit dem Verteilen sogenannter “Schulhof”-CDs. Kostenlos werden dabei CDs mit Sammlungen rechtsextremer Bands bei Jugendtreffs oder Schulen an Jugendliche verschenkt. Unter den Verteilern befinden sich auch Teile der Freien Kameradschaften, die die “Werbeaktion” 2004 ursprünglich mal ins Leben gerufen haben.

Rechtsextreme Musik im Internet
Vor allem im Internet verbreitet sich rechtsextreme Musik schnell und ist leicht zugänglich. Auch die Inhalte sind nicht immer sofort als rechtsextreme Ideologien zu erkennen. Manchmal ist der Text schwer verständlich oder anstelle von eindeutig rassistischen Aussagen treten Textzeilen zu “Nationalgefühl” und “Heimatliebe”. Häufig werden auch aktuelle politische Konflikte aufgegriffen und die rechtsextremen Inhalte in scheinbaren “Lösungen” verpackt.

Durch ein paar Klicks auf youtube oder Amazon oder auch über Freund*innen kann man vielleicht, ohne es zu wollen auf rechtsextreme Bands wie “Stahlgewitter” oder “Landser” stoßen. Deshalb: aufgepasst und genau hingehört!

 

Quelle; www.naturfreundejugend.de

Gerade weil auch viel Neonazi-Musik (im Internet) kursiert, ist es wichtig genau hinzuhören und rechtsextreme Inhalte als solche erkennen zu können!

Rechtsextremer Hiphop? Obwohl Musikstile des Rap und HipHop vor allem früher von Neonazis als Musik aus den USA und Teil der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung eher abgewertet wurden, gibt es mittlerweile auch rechtsextreme Rapper*innen wie Dee Ex oder Makks Damage, die Musik mit “Sprechgesang” machen.

Es gibt auch neonazistische Strömungen innerhalb der Black-Metal-Szene wie der “National Socialist Black Metal” (NSBM). Innerhalb des Hardcore Punks gibt es den sogenannten “Hatecore” der unter anderem Ideologien wie die der “White Supermacy” („Überlegenheit der Weißen“) vertont.

Als Gegenpol zur antifaschistischen Musikbewegung Rock Against Racism, ist Anfang der 80er in England der Begriff Rock Against Communism (R.A.C) entstanden. R.A.C. wird im deutschsprachigen Raum als Bindeglied zwischen der offen neonazistischen Musikszene und sich unpolitisch verstehenden, aber dennoch rechtsgerichteten “Oi-Skins” angesehen.

Mit dem sogenannten Wiking-Rock versuchen Neonazis ein eigenes Musikgenre zu schaffen, in dem sie vor allem durch Bezüge aufs Heidentum und der Vorstellung eines “nordischen und überlegenden Volk” ihre rechtsextreme Ideologie vermitteln wollen.

Die Strömung “Neofolk” (Neue Volksmusik) innerhalb der Dark-Wave/Gothik – Szene wird wegen dem betont mystischen und altertümlichen Ambiente, teilweise auch von Neonazis unterwandert.

Sehr beliebt sind in vielen Neonazi-Kreisen auch verschiedenste Liedermacher*innen. Diese spielen meistens Lieder mit direktem politischen Bezug (vor allem auch auf die Geschichte). Der bekannteste neonazistische Liedermacher ist Frank Rennicke.

In der Technoszene ist es vor allem die Strömung des “Gabber”, in der sich auch immer wieder Neonazis tummeln und nicht nur als Konsument*innen, sondern auch als DJs auftreten.

All diese Musikrichtungen und Tendenzen neonazistischer Musik werden wir in der Reihe zu rechtsextremer Musik etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wir wollen die Augen aufmachen, die Ohren spitzen und auch den Mund aufmachen – gegen neonazistische Musik, damit wir unbeschwert tanzen können!

Quelle: www.mucke-gegen-rechts.de

Bist du vielleicht auch schon einmal auf Bands gestoßen, deren Liedtexte dir merkwürdig vorkamen? Hast du schon einmal direkte Erfahrungen mit rechtsextremer Musik gemacht? Dann schreib uns doch an nonazinet@amadeu-antonio-stiftung.de!


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1 Kommentar

  1. Volker sagt:

    Wann raffen es die Deutschen Politiker es endlich das es für die Nazis nur eine Gegenmaßnahme gibt.
    Jedem dem diese Gesinnung nachgewiesen wird – ab in den Bau ( für mind. 5 Jahre )

    Wo ist das Problem Frau Merkel ?

    [WORDPRESS HASHCASH] The poster sent us ’0 which is not a hashcash value.

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