Egal welcher Kleidungsstil – für Gewalt gibt es keine Rechtfertigung!

Ein Kommentar von Monika Lazar (Bundestagsabgeordnete, grüne Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus) 
zu unserer Hoodie-Aktion: /gute-ideen-gegen-nazis/millionhoodies/

Den Begriff „Hoodie“ habe ich neulich erst gelernt. Doch die so bezeichneten typischen Kapuzenpullis trage ich bereits seit Beginn der 1990er Jahre. Als ehemalige DDR-Bürgerin konnte ich mir Kapuzenpullover erst nach 1990 kaufen. Diese gefielen mir sofort und passten gut zu meinem persönlichen legeren Kleidungsstil. Mittlerweile besitze ich fünf Pullover und vier Jacken im „Hoodie-Stil“. Obwohl die meisten schon vor Jahren erworben wurden, sind sie noch in Ordnung und bestens tragbar. Im Hoodie wandere ich, treibe Sport, besuche Demonstrationen oder sitze an lauen Sommerabenden auf dem Balkon. Jenseits der repräsentativen Termine, bei denen formelle Kleidung angemessen ist, sind Hoodies meine gern getragene Alltagskleidung.

Dass ich damit „bedrohlich“ wirken könnte, kam mir bislang nie in den Sinn, zumal ich eine strikt pazifistische Lebenseinstellung habe. Gewalt, egal aus welcher Motivation heraus, lehne ich entschieden ab. Sie taugt nicht als Mittel der Auseinandersetzung. Um so erschütternder finde ich es, dass ein Mann in den USA auf offener Straße erschossen und dies teilweise als „nachvollziehbar“ kommentiert wurde mit der Begründung, er habe ja einen Hoodie getragen. Einen Menschen aufgrund eines Kleidungsstücks zu kriminalisieren, ist menschenverachtend, dumm und gefährlich. Leider stellt diese Art von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auch in Deutschland keine Ausnahme dar. So werden zahlreiche Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe diskriminiert, angefeindet, tätlich angegriffen, sogar getötet. Dazu zählen Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderungen, anderer sexueller Orientierung, Arme und Wohnungslose.

Ich engagiere mich politisch, damit Menschen ihre Vielfalt selbstbestimmt und ohne Gefahr leben können. Hautfarbe, Ethnie, soziale Situation, Geschlecht, Religion oder Kleidung dürfen dabei niemals eine Rolle spielen. Dafür müssen alle Demokratinnen und Demokraten in Deutschland gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Hoodies werde ich weiterhin gern tragen. Und ich werde auch künftig immer wieder klarstellen: Für Gewalt und Rassismus gibt es keine Rechtfertigung.

Danke an alle, die für friedliche Vielfalt und gegen Gewalt und Menschenverachtung in Deutschland eintreten!

 

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