Die Junge Freiheit ist einer der bekanntesten Zeitungen, die sich als Sprachrohr des “Konservatismus” versteht. Politikwissenschaftler*innen ordnen die Zeitung in das Spektrum der “Neuen Rechten” ein, dass für ein Politikverständnis zwischen dem Konservatismus und dem Rechtsextremismus darstellt. Deshalb ist es gerade hier wichtig, genau zu untersuchen, was Autor*innen aus diesem Spektrum wie und warum publizieren. Stumpfe Parolen wie “Ausländer Raus!” oder “Deutschland den Deutschen” wird niemand in den Artikeln dieser Zeitung finden. Trotzdem lassen sich rassistische Tendenzen zwischen den Zeilen herauslesen.

Ein Beispiel: In einem Artikel wird über den Asylbewerberanstieg in Nordrhein- Westfalen berichtet. Ansatt über die unmenschlichen Bedigungen in den Asylbewerberheim zu berichten oder auf die rassistische Gesetzgebung der Bundesrepublik hinzuweisen, verweist der Autor auf  die “Last des Steuerzahler”, die durch Asylbewerber*innen entstehe: “In der Vergangenheit hatte sich besonders die Unterbringung der Asylbewerber schwierig gestaltet. So mußten auf Kosten der Steuerzahler auch Hotels angemietet werden, da die Sammelunterkünfte keine weiteren Personen aufnehmen konnten.” (Link zum entsprechenden Artikel findet ihr hier.)

Diese Aussage im Zusammenhang mit Asylbewerber*innen ist darüberhinaus unmenschlich, weil das persönliche Schicksal der Menschen, die nach Deutschland kommen, in Rechnung gestellt wird. Auch die auserwählten Interviewpartner*innen lassen die Zeitung nicht gerade in ein positives Blickfeld rücken: Der NPD- Politiker Udo Voigt oder Andre Kapke, ein Neonazi, der dem Umfeld des NSU zugeordnet wird, kamen in dieser Zeitung schon zu Wort. Doch die Zeitung versucht weiterhin ihren “konservativen” Image zu polieren, in dem sie auch Interviews mit Politiker*innen der etablierten Parteien führt. Um dieser Strategie etwas entgegen zu setzen initierte die SPD im Jahr 2005 eine Broschüre, in der sie forderte, dass Parteimitglieder „keinerlei Beiträge oder Interviews für extrem rechte Zeitschriften geben [dürfen].” Dies gilt insbesondere für Blätter wie die Junge Freiheit und criticón, die sich damit als demokratisch legitimieren wollen.“

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