Jung gegen Rechts: Wie Mauerreste des Warschauer Ghettos lebendig werden

Gestern haben wir euch schon im Interview die Ideen der beiden Jungs von “Jung gegen Rechts” vorgestellt. Heute gibt es dazu das passende Video. Die beiden 15- und 17 Jährigen wollten ein Signal dafür setzen, dass Fußballbegeisterung einerseits und die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit, mit Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus andererseits in Einklang zu bringen sind.

Max-Fabian über das Projekt ‘Jung gegen Rechts’:

“Nachdem wir Oświęcim und Krakau besucht hatten, waren wir auch in Warschau. Dort verbrachten wir viel Zeit im modernen Museum des Warschauer Aufstandes und waren auch am Mahnmal des Warschauer Ghettos, an dem Willy Brandt im Jahre 1970 niederkniete und das polnischen Volk um Vergebung für die deutschen Verbrechen bat.

In der Stadt gibt es lediglich noch ein letztes erhaltenes Stück der Mauer des Warschauer Ghettos, von dem aus mindestens 300.000 jüdische Bürger deportiert und dann ermordet wurden. Wir waren erschrocken, dass es gerade dort an einem Schild eine große Hakenkreuz-Schmiererei gab. Offensichtlich ist man vor unverbesserlichen Neonazis nirgends sicher. Und dann sahen wir zwei faustgroße Steinbrocken, die offenbar von der Mauer stammten und nun im Rinnstein lagen, wo sie eines der wegen der vielen Fußball-Touristen ständig kreisenden Kehrfahrzeuge bald gefressen hätte. Steine der Mauer des Warschauer Ghettos, die achtlos auf der Müllkippe gelandet wären. Wir haben sie voller Ehrfurcht eingesammelt und mit nach Deutschland genommen. Noch auf unserer Rückfahrt entstand die Idee, für die Ghetto-Steine eine Vitrine oder einen Schaukasten zu bauen. Einerseits, um diesen fast verlorenen gegangenen Stein-Resten des Warschauer Ghettos Wertschätzung entgegenzubringen und sie zu konservieren, anderseits sollten sie das Ziel unserer Polenreise symbolisieren und vielleicht andere Jugendliche und Erwachsene dazu bewegen, sich für die Thematik zu interessieren. Der Schaukasten zeigt von außen Impressionen unseres Warschau-Besuches und gewährt gleichzeitig Einblicke in die Vergangenheit der Stadt. Hinter den Steinbrocken sieht man Bilder vom Bau der Warschauer Ghetto-Mauer, vom Aufstand, von der Zerstörung danach und vom Kniefall Willy Brandts. “

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