Frag no-nazi.net: Was tun mit dem islamfeindlichen Video?

Keine Provokation ist den Rechtspopulist*innen von “Pro Deutschland” zu geschmacklos: Die rechtspopulistische Splitterpartei will den heftig umstrittenen Schmäh-Film “The innocence of Muslims” aus den USA über den Propheten Mohammed in Berlin zeigen. Das Video, in dem Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dargestellt wird, hat eine Welle der Gewalt in der islamischen Welt ausgelöst. In Libyen wurden der US-Botschafter und drei weitere Amerikaner getötet (ZEIT online).

Kunst oder Hass?

Seitdem wird in allen Medien diskutiert: Soll das islamfeindliche Hassvideo “The innocence of Muslims“ in Deutschland gezeigt werden oder nicht? Ist das Kunst, die die Meinungsfreiheit schützen muss oder ist das als Kunst getarnte Hasspropaganda, die diesen Schutz nicht verdient? Das, so kommentiert der Kölner Stadtanzeiger höchst ausgewogen, müsse wohl ein Gericht entscheiden.

Allerdings sollte man den Hintergrund nicht aus den Augen verlieren: “Pro Deutschland” will den Film ja nicht zeigen, um damit die Freiheit der Kunst sicherzustellen, sondern um Muslime und Muslimas zu unüberlegten (Gewalt-) Reaktionen zu provozieren, die wiederum ihre islamfeindlichen Thesen rechtfertigen.

Die FAZ kommentiert: “Es muss nicht jeder Unsinn in die Welt.” und begründet: “Auf der anderen Seite muss sich aber auch jeder fragen, der auf dem Boden eines Rechtsstaats steht, sei er Politiker oder „Medienmensch“, ob hetzerische Machwerke gegen Religionen auch noch geadelt werden müssen. Es ist das eine, klar für die Meinungs- und Kunstfreiheit sowie gegen jede Form von Gewalt einzutreten. Das heißt aber nicht, dazu aufzufordern, die Freiheiten auf provozierende Weise auszunutzen – nämlich so, dass andere sich verletzt fühlen.“ Gleichzeitig wirbt der Autor für ein selbstbewusstes Ignorieren der Provokation.

Etliche Menschen sind allerdings auch gegen ein Verbot der Aufführung – sie finden, Anhänger*innen von Religionen müssten so eine Provokation, auch wenn sie mies und übel ausgeführt ist, aushalten (ZEIT online,sueddeutsche.de).

Nie verkehrt ist es allerdings, an die Vernunft der Menschen in der Gesellschaft appellieren: Einerseits die Provokation verpuffen zu lassen und den Schmähfilm zu ignorieren, und andererseits, etwa als Kinobetreiber*in, die Aufführung schlicht abzulehnen – was bereits passiert (Frankfurter RundschauTagesspiegel).

Verschwörungtheoretiker*innen sind begeistert

Auch in der Szene der Verschwörungstheoretiker*innen und der so genannten Truther*innen beschäftigt man sich mit „Innocence of Muslims“..
Viele Hintergründe des Films sind noch unklar. Zum Beispiel geben die Schauspieler*innen an, vom Regisseur getäuscht worden zu sein; zudem ist die Identität des Regisseurs nicht eindeutig geklärt. Und so kann wild spekuliert werden, was „wirklich“ los sei. Denn es ist für Verschwörungsideolog*innen schwer hinzunehmen, dass ein Film, der zu Ausschreitungen führt,  nicht auch in der Absicht produziert wurde, Gewalt zu provozieren.

Deshalb wird angenommen, es steckt eine mächtige Gruppe dahinter, die für diesen Film verantwortlich ist. Es entsteht die Behauptung, dass sowohl die Schauspieler*innen als auch der Regisseur über die Absichten der „wirklichen Drahtzieher und Geldgeber“ getäuscht worden sein sollen. Wer diese „wirklichen Drahtzieher und Geldgeber“ sind, wird nicht gesagt. Allerdings findet sich die nebulöse Andeutung, dass es sich um eine Gruppe handelt, die israelische Interessen vertrete. Auch ist die Rede von einer Geheimdienstoperation, um „die Muslime zu empören und speziell die Radikalen zu Gewaltakten zu motivieren.“ Diese Andeutungen verweisen auf die Vorstellung, das Jüdinnen und Juden sowohl die Filmindustrie als auch die Geheimdienste kontrollieren würden. Und so wird aus einem peinlichen und schlechten Film plötzlich angeblich ein Puzzlestück im Plan einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung (Tagesspiegel, Alles Schall und Rauch).

Sind euch auch solche Behauptungen schon begegnet?

Was denkt ihr über den Film? Soll man ihn zeigen? Oder ignorieren? Verbieten?

 

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4 Kommentare

  1. Anders Sein sagt:

    Ich wette, dass nicht mal der Autor dieses BEitrags den kompletten Film gesehen hat. Jeglicher Kommentar darüber verbietet sich also.

    Und nebenbei sind die überspitzten Inhalte aus dem Trailer nicht gerade aus der Luft gegriffen. Beispiel: Mohammeds Frau war gerade 9 Jahre, während er weit über 50 war..laut deutschem Recht ist er damit..Na? Richtig!

  2. Meiner Meinung nach sollte der Film gezeigt werden.Es geht hier nicht nur primàr um die
    Meinungs-
    freiheit,die ja nach Artikel 5 des GG gesichert ist,sondern es geht mir daraum,daß inakzeptabel ist,daß man eine Religion nicht kritisieren darf.Zu mir eines kurz vorweg.Ich bin gegen jede Form des Rassismus oder Auslànder-
    feindlichkeit
    Ich stehe fúr eine multikulurelle
    Gesellschaft,in dem ein friedliches
    Zusammen-
    leben unabhàngig der Kultur oder der Hautfarbe mõglich ist
    Dies bedeutet aber auch,daß man die Menschen-
    rechte akzeptieren muß.Ich bin in der Politik im linken Spektrum und auch bei
    Amesty International
    Die Frage die sich zu dem Film stellt,ist die Tatsache,daß schon im Vorfeld es hier bei uns zu Protesten kam.Diese Diskrepanz im Bezug zur Auslànder-
    feindlichkeit macht deutlich,daß die Mehrheit der Deutschen dies nicht mehr hinehmen will.Wenn die Macher dieses Films ihn hier aufzeigen,somit haben sie sich damit vôllig isoliert.Es darf allerdings nicht dazu fúhren,daß Religion außerhalb jeder Kritik stehen darf.Ich bin ein konsequenter Gegner gegen jede Form der Religion.Ergo ist meines Erachtens wichtig Menschen-
    rechtsverletz-
    ungen auch deutlich zu benennen,so das in Namen der Religion niemand unterdrúckt werden darf
    Die Unterdrúck-
    ung der Frauen in der islamischen Làndern ist nunmal eine Tatsache.Auch im Namen der christlichen Religion wurden schon zahlreiche Verbrechen begangen,wie die Inquisition oder die Kolenialisier-
    ung durch die katholische Kirche.Wenn wir nicht bereit sind dies anzuprangern
    ist unsere Agitation gegen Nazis unglaub-
    wûrdig
    Wenn faschistische Parteien wie die NPD,Pro Deutschland oder Pro NRW diese Film dazu mißbrauchen um ihre auslànder-
    feindliche Hetze gegen unsere auslàndisch-
    ischen Mitbûrger dazu mißbrauchen,so haben wir immer noch den Strafbar-
    bestand der Volks-
    veherhetzung
    Allein aus der Erfahrung durch den Faschismus durch das Hitler Regime,sollte uns des besseren belehren
    Wenn der Film gezeigt wird,so sollte sich das deutsche Volk sich eine eigene Meinung bilden
    Die Exekutive fúrchtet dann Massen-
    proteste,nicht nur hier bei uns,sondern auch in der arabischen Welt
    Ich habe den Film auf You Tube gesehen,allerdings nur in englisch.
    Jede Verletzung der Wúrde des Menschen hat ein Recht auf Kritik
    Ob dies nun im Namen der Religion geschied oder aus anderen Motiven,bleibt das selbe.Wenn Netz gegen Nazis fúr die Menschen-
    wúrde eintritt,bleibt die Religion nicht davon aus-
    genommen werden
    Frank Angerstein aus Braunschweig

  3. Esther sagt:

    Wikipedia nennt als Tatbestandsmerkmal von Volksverhetzung dass jemand wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbestimmten Gruppe böswillig verächtlich gemacht wird in einer Art die geeignet ist den öffentlichen Frieden zu stören. Ich finde dass das auf diesen Film zutrifft und er nicht gezeigt werden sollte. Was für einen Nutzen hätte es ihn zu zeigen? Meinungsfreiheit heißt nicht dass man einfach alles sagen/machen kann was man will.

  4. Bernd Lauert sagt:

    Der Islam ist gefährlicher für unsere Demokratie als es Nazis jemals sein könnten.

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