Gleichberechtigung für Homosexuelle: Noch ein langer Weg (3)

Schwule und Lesben erfahren Diskriminierung in Deutschland auf ganz unterschiedlicher Art und Weise. Diese geschieht nicht nur durch Wörter und Verhalten von Mitmenschen, sondern auch durch Gesetze. Letzte Woche haben wir uns angesehen welche Unterschiede zwischen einer heterosexuellen Ehe und einer “eingetragenen Lebenspartnerschaft” von homosexuellen Paaren bestehen. (Link zum Artikel) Heute wollen wir uns anschauen was es heißt, wenn homosexuelle Paare Kinder adoptieren wollen.

Ein Kind für ein homosexuelles Paar: Nicht einfach

Seit dem Jahr 2005 ist es erlaubt, dass gleichgeschlechtliche Paare eine „Stiefkindadoption“ durchführen. Das heißt, dass ein Partner / eine Partnerin das Kind des oder der Anderen adoptieren darf. Eine gemeinsame Adoption ist jedoch nicht erlaubt.

Es gibt immer wieder Stimmen, die sich gegen gleichgeschlechtliche Ehen und auch Adoptionen aussprechen. So kritisierte der katholische Familienbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst  die Homo-Ehe, da die Schöpfungswirklichkeit ausschließlich Eltern aus Mutter und Vater verkörpern würden. Aber auch von Politiker*innen werden eingetragene Lebenspartnerschaften kritisiert . Der sächsische CDU-Lokalpolitiker Thomas Schneider  sieht die Bibel als “einzige Autorität” an. Er beklagt, dass Christen diskriminiert werden würden, wenn Homosexualität anerkannt wird. In Deutschland ist es nicht erlaubt, dass gleichgeschlechtliche Paare zusammen ein Kind adoptieren. Für homosexuelle Paare bedeutet eine eingetragene Lebenspartnerschaft oder auch Adoption ein größerer Schritt als für heterosexuelle Paare. Denn sie genießen keine Steuererleichterungen oder sonstige Vorteile. Da die Adoption eines Kindes nicht zusammen erlaubt ist, besteht die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung oder die Adoption eines Kindes durch eine Person des Paares. Es ist also viel schwieriger und komplizierter für homosexuelle Paare ein Kind zu haben und deshalb meist eine Sache, die über Jahre hinweg geplant und durchdacht werden muss. Deshalb kann man auch davon ausgehen, dass Homosexuelle bei einer Adoption wirklich ein Kind wollen und sich in der Regel besser und länger auf den Kinderwunsch vorbereiten als heterosexuelle Paare.

Im 4. und damit letzten Teil unserer Serie zum Thema “Gleichberechtigung für Homosexuelle: Noch ein langer Weg” beschäftigen wir uns mit alltäglichen Ausgrenzungen, mit denen Schwule und Lesben in Deutschland konfrontiert werden.

 

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