Hass gegen Obdachlose

 

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Es hat sich herausgestellt, dass hinter der menschenverachtenden “Initiative Sauberes Hamburg” eine Satire der Firma “Farbflut Entertainment” steht. Angeblichen wollten die Online- Spiele- Entwickler, die auch hinter dem Spiel “Pennergame” stecken, auf die Probleme von Obdachlosen aufmerksam machen. Hinz&Kunzt, das Straßenmagazin aus Hamburg, kritisiert diese Art der Satire scharf und findet die ganze Aktion “geschmacklos”. Wie steht ihr dazu? Gute Satire oder einfach nur menschenverachtend?

Einen lesenswerten Artikel dazu findet ihr auf der Internetseite von Hinz&Kunzt.

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Eine neue Kampagne, die auch seit ein paar Wochen eine Facebook- Präsenz besitzt, will sich für ein “sauberes Hamburg und gegen Obdachlose” einsetzen. Was steckt hinter dieser menschenverachtenden Kampagne und was hat eigentlich der Hass gegenüber Obdachlosen mit Neonazis zutun?

Initiative schürt Vorurteile

Die “Initiative Sauberes Hamburg” hetzt auf ihrer Internetseite mit Fotos und kurzen Kommentaren gegen Obdachlose. Denn diese seien, so die Initiative, für die dreckige Stadt verantwortlich. Außerdem fordert sie von den Behörden einen härteren Umgang mit Obdachlosen. In ihrer Selbstbeschreibung formulieren die selbsternannten “besorgten Bürger”, ihr Anliegen: Sie fordern ein sauberes, schöneres und vor allem Obdachlosen-freies Hamburg. Diese extremen Vorurteile sind gefährlich und menschenverachtend. Denn sie hetzen gegen “sozial schwächere” und schüren eine Feindschaft gegen Menschen, die auf der Straße leben.

Es fängt bei “Du Penner” an

Die Amadeu- Antonio- Stiftung hat mehrere Flyer über die verschiedenen Formen der Abwertung von gesellschaftlichen Gruppen erstellt. Darunter auch einen Flyer, der die Thematik der Feindschaft gegenüber Obdachlosen thematisiert. Diese äußert sich schon in abfälligen Kommentaren wie “Du Penner”, für Menschen die auf der Straße leben oder betteln.  Dabei lebt niemand gerne und freiwillig auf der Straße. Die Wohnungslosigkeit geht oftmals mit Krankheit, Armut und eine schweren Lebenskrise einher. Wenn man auf diese schweren Schicksale mit Intoleranz und Vorurteilen begegnet, hilft das niemanden. Denn Menschen, die auf der Straße leben, lassen sich nicht durch “härteren Maßnahmen” vertreiben. Ganz im Gegenteil: Die Feindschaft gegenüber Obdachlosen, die sich in der “Initiative Sauberes Hamburg”, in abfälligen Sprüchen und Gewalt äußert, ist gefährlich für Menschen, die keinen festen Wohnsitz besitzen.

Und was hat das jetzt mit Nazis zu tun?

Hass und Vorurteile gegenüber Obdachlosen sind überall vorzufinden. Die Abwertung von “sozial schwächeren” Gruppen äußert sich in ganz unterschiedlichen Situationen. Zum Beispiel dort,wo der Mann in der Bahn dem “Motz- Verkäufer” sagt, er sei ein “Sozialschmarotzer” und solle sich eine “vernünftige Arbeit” suchen.  Sie äußert sich aber auch in brutaler Gewalt gegen Obdachlose. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. zählte allein für die Jahre 1989 bis 2009 143 Todesfälle und 301 Körperverletzungen von Obdachlosen durch Angriffe von Nicht-Wohnungslosen. Und diese Zahlen geben nur die Fälle wieder, über die in der Zeitung berichtet worden ist. Die “richtige” Zahl dürfte also viel höher liegen. Nicht wenige Angreifer teilen dabei die Ideologie von Neonazis. Denn das Weltbild von Neonazis sieht in Menschen, die keine Arbeit haben oder eben auf der Straße leben, “unwertes Leben”, da sie keinen Nutzen für die “Volksgemeinschaft” hätten.

Stoppt die “Initiative Sauberes Hamburg”

Zum Glück gibt es aber immer noch viele Menschen, die sich gegen diese menschenverachtende Ideologie einsetzen. Eine Seite bei Facebook will sich aktiv gegen die Hetzjagd gegen Obdachlose einsetzen und ruft dazu auf die “Initiative sauberes Hamburg” zu stoppen. Dieses Engagement finden wir toll! Deshalb: hier klicken und sich online gegen Obdachlosenfeindlichkeit positionieren!

 

 

 

 

 

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5 Kommentare

  1. hw sagt:

    Diese Seite bei Facebook verlinkt jeden Scheiß der eigentlichen Initiative, ist zeitgleich mit dieser an den Start gegangen, hat keine Urheber_innen, die erkennbar wären und hatte bis vor kurzem, als die Presse dann begann, zu recherchieren, noch zwei, denn nur noch eine dubiose App am Start, die Nutzerdaten eingesammelt hat. Nein, das ist keine Empfehlung wert.

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  2. Olga Wendtke sagt:

    Danke für die Infos. Das klingt ja wirklich nicht unterstützendswert! Hast du vielleicht noch mehr Informationen zu der “dubiosen App”?

  3. hw sagt:

    Die App “Glück 2013″ war nur bis zum 19.2. online auf der Seite (die der vorgeblichen “Stoppt-die-ISHH”-Kampagne). Sie hatte gar nichts mit der Seite zu tun, sondern war so ein Daddel-Ding, das etwas esoterisch so eine Art Zufallshoroskop-Bild mit dem Namen der Nutzerin/des Nutzers generiert hat. Sie hat überdies noch versucht, eine “Cancel Glück 2013″-App nachzuschieben, wenn man geklickt hat, dass man sie nicht nutzen wolle. Seit Start der Seite war dann bis zum 20.2. noch die “Petitions-App” auf der Seite online. Sie hat ein “Stoppt-die-ISHH”-Bildchen mit dem Nutzernamen versehen und das Ergebnis auf dem Profil der Nutzerin/des Nutzers gepostet. Beide Apps haben natürlich Nutzername und Mailadresse der Nutzer eingesammelt. Nachdem über diese App eine Verbindung zur “Codeflame UG” von Matthias Busch hergestellt werden konnte (siehe dazu Berichterstattung von “Hinz&Kunzt” – http://www.hinzundkunzt.de/dubiose-hetze-im-netz/) wurde kurz darauf die App ebenfalls von der Seite entfernt – wohl um die einzige Verbindung in dieser dubiosen Sache zu einer realen Person, eben dem Herrn Busch, zu kappen. Vgl. dazu den Eintrag vom 20.2. auf der Stoppt-die-ISHH-Seite. Alle Kommentare von Nutzern auf der Seite, die ein Impressum einforderten oder auf die Verbindung zur Codeflame UG hingewiesen haben, wurden gelöscht.

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  4. hw sagt:

    Auflösung von heute (siehe ISHH-Seite): Die “Pennergame”-Agentur steht hinter der ganzen Klamotte. Eine einzige Scharade die sich auch noch wünscht, dass man das toll findet.

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  5. resistanceX sagt:

    Die meisten User von Pennergame empfinden die Aktion als reine Werbemaßnahme und zeigen sich gewohnt kritisch gegenüber dem Unternehmen. Bestätigt wird dieser Verdacht unter den Spielern dadurch, dass kurz nach dieser Erregung des öffentlichen Interesses ein neues Produkt der Firma Farbflut offeriert wird. Wer hier noch annimmt, dass kein kommerzielles Interesse der Firma an vorderster Stelle steht ist naiv. Es gibt konventionellere Methoden gesellschaftliche Probleme an die Leute zu bringen, ohne dabei einen solchen Tumult auszulösen, insbesondere, da durch die vermeintliche Satire kaum ein “Wachrütteln”, wie es das Unternehmen so schön beschreibt, stattfindet. Viel mehr wird nur eines in den Vordergrund gerückt: Die Farbflut Entertainment GmbH. Es stellt sich die Frage, wer hier wirklich einen Nutzen aus diesem Unterfangen zieht. Die Obdachlosen in Hamburg sind es sicherlich nicht, so dürfte sich deren Situation wohl nach dieser unüberlegten, jedoch als Geniestreich verkauften, Marketingaktion verschärfen. Eher bezieht die Farbflut Entertainment GmbH durch die mediale Aufmerksamkeit, welche mit fragwürdigen Mitteln und entstandenen bzw. womöglich noch entstehenden Personenschäden erreicht wurde, einen kommerziellen Nutzen daraus. Das farbflut’sche Verständnis von Satire gilt ohnehin als umstritten, so kam es in kurzweiligen Abkömmlingen von Pennergame zu Verlustigungen von diktatorischen Regimes, welche aktueller denn je sind. Satire und primitives “sich lustig machen” sind stark zu differenzieren. Farbflut ist in Userkreisen ohnehin schon als dilettantische Firma bekannt, welche mit einem mangelhaften Produkt einen maximalen Profit erwirtschaften möchte. Dabei wird mit der Sucht und dem Geltungsdrang vieler Menschen im Netz gespielt und sich oftmals in der rechtlichen Grauzone aufgehalten. Die eigenen AGB werden zu gern gebrochen und das Wissen, über das Verhalten der User, sich nicht wegen eines belanglosen Browsergames mit rechtlichen Schritten gegen das Unternehmen auseinanderzusetzen einberechnet und ausgenutzt. Die meisten Spieler treffen deshalb nur die Entscheidung, sich von dem Unternehmen zu distanzieren. Das Supportsystem und deren Mitarbeiter, welche anteilig selbst im Spiel erfolgreich vertreten sind, wird von Einigen gern mit einem faschistoiden System gleichgesetzt, wenn dies auch absichtlich etwas überspitzt dargestellt wird. Kritiker werden zensiert, mundtot gemacht und gnadenlos aus dem Spiel vertrieben oder von der Pro-Farbflut-Fraktion, welche großteils aus Unwissenden und Nutznießern von zweifelhaften Machenschaften im Spiel besteht, denunziert. Zum Teil liegt eine Vernetzung des zweitgenannten Spielerstammes mit den Supportmitarbeitern von Farbflut vor, so dass diese nahezu Narrenfreiheit genießen. Das predigen von Wasser und trinken von Wein ist im hauseigenen Forum an der Tagesordnung und die momentane Wattebauschbehandlung dort, während dieser medienaufmerksamen Phase wird von vielen dieser Kritiker als Hohn aufgefasst. Ein soziales Engagement der Firma wird deshalb von den meisten Spielern mehr als angezweifelt.

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