Fußball gegen Nazis: Mit Kicks und Klicks für Fairplay

“Ich war sauer, traurig, geschockt.” Das sagte der Fußballprofi Kevin-Prince Boateng, als er Anfang Januar in einem Testspiel seines Vereins AC Milan von Fans beleidigt wurde. Einige Anhänger des Gastgebervereins Pro Patria hatten immer wieder Affenlaute gemacht, wenn Boateng oder ein anderer dunkelhäutiger Spieler seines Teams am Ball war. Die Botschaft dieser Geräusche ist klar: Schwarze oder dunkelhäutige Menschen werden auf eine Stufe mit Affen gestellt, nicht als Menschen wahrgenommen. Das ist ganz übler Rassismus.

Viele Leute sagen trotzdem: Hier geht es um Fußball und nicht um Oper, da müssen mal derbere Worte erlaubt sein. Doch auch Worte oder Geräusche, wie die erwähnten Affenlaute, können die Gefühle von Menschen ganz real verletzen.
“Das geht nicht spurlos an mir vorbei”, betonte auch Kevin-Prince Boateng. Der gebürtige Berliner (seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Ghanaer) hatte deshalb das Testspiel seines Klubs kurzerhand abgebrochen, indem er den Platz verließ und seine Mitspieler sich anschlossen.

Auch der frühere deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah muss immer wieder Rassismus im Fußball erleben. Kurz nach der Weltmeisterschaft 2006, als Asamoah und seine Teamkollegen von vielen Fans begeistert gefeiert worden waren, spielte er mit seinem damaligen Verein Schalke 04  im Pokal bei Hansa Rostock. “Die Zuschauer schienen sich abgesprochen zu haben, sie agierten, als wollten sie ein Zeichen setzen nicht gegen, sondern für Rassismus”, erzählt der Offensivspieler in seiner kürzlich erschienen Autobiographie. “Bei jedem meiner Ballkontakte waren Affengeräusche, Sprechchöre, Beleidigungen zu hören.” Zwar gewann sein Team mit 9:1, doch “der sportliche Erfolg” machte, so Asamoah, “die seelischen Verletzungen” nicht ungeschehen.

Als ihn einmal ein Gegenspieler während eines Bundesligaspiels als “schwarzes Schwein” beleidigte, “schockte” Asamoah das sehr. Später versuchte sich dieser Gegenspieler damit herauszureden, dass er doch nur “du schwules Schwein” gesagt habe. Dass das genauso eine üble Beleidigung ist, kam dem Mann dabei offenbar nicht in dem Sinn.

Diese Beispiele zeigen, wie wichtig der Kampf gegen Rassismus, Homophobie (also Schwulenfeindlichkeit) und andere Formen der Diskriminierung immer noch ist. Die Amadeu Antonio Stiftung hat deshalb kürzlich ein neues Portal gestartet: Es heißt “Fußball gegen Nazis”.

Natürlich ist nicht jede Rassistin und jeder Schwulenhasser automatisch ein Nazi. Doch der Schritt von diesen menschenverachtenden Ideologien hin zu einem geschlossenen rechtsextremen Weltbild ist nicht weit. Deshalb geht es auf “Fußball gegen Nazis” sowohl um die Bekämpfung von Rechtsextremismus im Besonderen, als auch um die Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie im Allgemeinen – Toleranz, Fairness und Respekt sind auch im Fußball grundlegend für den Umgang miteinander. Auch Gerald Asamoah unterstützt das Portal!

Auf “Fußball gegen Nazis” könnt Ihr Euch über Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie im Fußball informieren – aber auch über Initiativen gegen diese Formen der Diskriminierung. Außerdem könnt Ihr im Forum des Portals Fragen an die Redaktion oder andere User stellen, mit ihnen diskutieren sowie selber Hinweise über menschenverachtende Vorfälle beim Fußball geben.

Fußball gegen Nazis – Kicks und Klicks für Fairplay

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1 Kommentar

  1. karl glanz sagt:

    Die Nazis sind immer noch präsent, deshalb ist es gut “Fußball ohne Nazis” zu haben.

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