NPD und Umweltschutz?!

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Die NPD ist bekannt dafür, bürger*innen-nahe Themen zu platzieren ohne sie inhaltlich ausfüllen zu können. Besonders absurd ist ihre Version von „Umweltschutz“.

Deutsche Landschaften sind „Kulturlandschaften“, so die NPD. Angeblich kann der Einsatz für die Umwelt nicht ohne eine kulturelle Entwicklung stattfinden. Schon hier wird’s kompliziert. Worum geht’s? Und was versteht die NPD unter „Kultur“?

Geht es ihnen wirklich um Naturschutz?

In den letzten Wochen veröffentlichten wir bereits Artikel über die NPD und ihren Volks- und Familienbegriff. Heute beschäftigen wir uns mit der NPD und Umweltschutz. Wir schauen, was für Motive sich dahinter verbergen und mit welchen Bedeutungen die NPD diese Begriffe besetzen will.

So kann beispielsweise „Kultur“ bei der NPD – wie scheinbar auch alles andere – nicht ohne den „nationalen Charakter“ gedacht werden. Die Aussage einer angeblich „fremden Mehrheitskultur“, die zum „Völkermord an den Einheimischen“ führen würde, stellt deutlich dar, mit welchen Verfolgungsängsten die NPD zu tun hat. Sie fordern „deutsche Kulturlandschaften“ und stellen die „deutsche Kultur“ als höherwertig als andere da. Dadurch werten sie andere Gesellschaften und Lebensformen herab.

Was hat das nun mit Umweltschutz zu tun? 

Umweltschutz ist für die NPD immer gleichbedeutend mit Heimatschutz. Mit Heimat verbinden die meisten Menschen Dinge wie den Geburtsort, Familie und Freunde. Für die Nazis ist die Heimat aber die Ursache des eigenen Charakters, mit der automatisch eine zwingende Verbindung hergestellt würde. Sie argumentieren mit dem Schutz der Heimat, um so „Fremde“ oder „Minderwertige“ abzulehnen. Denn wenn die Natur zerstört wird, dann werde „der Mensch entfremdet und entwurzelt“ und verliere seine Identität, so die NPD.

Wie also sieht „Umweltschutz“ bei der NPD aus? 

Beispielhaft ist der Aufruf zu den „Nationalen Säuberungstagen“. Das klingt erst einmal nicht schlecht, sollen doch Wälder oder Parkanlagen von Müll befreit werden. Man fragt sich jedoch, warum das Ganze national sein soll? Heißt das, dass nur „Deutsche“ Müll aufsammeln dürfen, oder soll nur der deutsche Müll entfernt werden und die in China produzierten Verpackungen liegen bleiben? Es geht erkennbar nicht um den Wald, sondern mal wieder vor allem darum, Nationalismus zu präsentieren. Und auch wenn Nazis Aktionen bei Castor-Blockaden starten, sind sie nicht wirklich gegen Radioaktivität und ihre schweren Folgen, sondern haben nur das „Wohl des deutschen Volkes“ im Auge. Auch in der Diskussion um den Braunkohle-Abbau sind ihnen die umweltschädigenden Gefahren oftmals schnuppe. Braunkohle ist für sie immer noch ein „heimischer Energieträger“ und vor der Importabhängigkeit haben die Nazis mehr Angst als vor der globalen Erderwärmung.

Es geht nicht wirklich um die Umwelt

Festzuhalten gilt, dass es der NPD nicht wirklich um die Umwelt geht, sondern um ihre abstruse Blut- und Bodenideologie. Diese Ideologie will Menschen anhand ihrer Abstammung („Blut“) und ihrer Herkunft („Boden“) unterscheiden und ihnen unterschiedliche Rechte zusprechen. (Siehe auch: „Wenn Neonazis von „Rasse“ sprechen“). Mit ihrem Interesse an Natur- und Umweltschutz haben es Nazis leicht, Gemeinsamkeiten mit anderen sozialen Gruppen und Netzwerken zu finden. Deshalb gilt es aufzupassen,  wenn die NPD wichtige Dinge wie etwa die Senkung des Co2-Ausstoßes fordert. Auch hier liegt ihr nicht die Umwelt am Herzen, sondern die Unterwanderung von Naturschutzverbänden und politischen Gruppen. In Wirklichkeit ist den Nazis der NPD die Umwelt egal. Während Parteien wie „Die Grünen“ oder auch andere demokratische Parteien an Mensch und Umwelt interessiert sind, denkt die NPD immer nur an „Volk und Heimat“.

Siehe auch: „Die grünen Braunen – Rechtsextremismus im Umweltschutz“ und „Brauner Ansturm ins Grüne“ und “Das Programm der NPD”.

 

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