Frag no-nazi.net: Warum spricht die NPD vom “deutschen Volk”? 

Die NPD verwendet gern den Begriff des „Deutschen Volkes“. Die Partei nennt sich „Volksunion“, will fürs „Vaterland“ kämpfen und redet vom einem sogenannten „Volkstod“. Doch wer oder was soll dieses „deutsche Volk“ eigentlich sein?

Unter uns gesprochen: Es gibt kein solches „Volk“ wie es die NPD gern hätte. Zu diesem „Volk“ sollen – laut NPD – Menschen gehören, die in Deutschland geboren sind, die deutsche Sprache sprechen, „deutsch“ aussehen und/oder sich „deutsch“ verhalten.

Der Vorsitzende der NPD, Holger Apfel, drückt sich sogar noch gruseliger und genauer aus: “Nur wer deutsches Blut in seinen Adern fließen lässt, kann für uns ein Deutscher sein.” Diese Aussage ist ganz klar rassistisch und erinnert sehr an die Ideologie des Nationalsozialismus.

Der Begriff des „deutschen Volkes“ bei der NPD bringt die sogenannte „Blut-und Boden-Ideologie“ zum Ausdruck: Menschen sollen anhand ihrer Abstammung („Blut“) und ihrer Herkunft („Boden“) unterschieden werden und dadurch unterschiedliche Rechte haben. (Siehe auch: „Wenn Neonazis von „Rasse“ sprechen“).

Ganz klar also, dass die NPD damit ganz wesentliche Tatsachen übersieht: Der Ursprung der Menschheit ist in Südafrika zu finden und Menschen sind seit Beginn der Menschheit „migriert“, also gewandert, um sich dort anzusiedeln, wo es am besten möglich war. Also gab es schon immer Menschen(gruppen), die an vielen unterschiedlichen Orten lebten, aufwuchsen, reisten.

Wer von einem angeblichen „deutschen Blut“ spricht, redet nicht von einer Tatsache, sondern will damit seine/ihre völkische Ideologie ausdrücken. Vergessen wird dabei, dass alle Menschen von Geburt an gleichwertig sind, egal wo sie geboren wurden!

Die NPD glaubt nicht nur ans „deutsche Volk“, sondern auch an eine „deutsche Nation“. Auch da wieder sollen – laut NPD – nicht alle Menschen leben können. Nur diejenigen, die in das diskriminierende Weltbild der NPD reinpassen. „Deutschland den Deutschen“ ist ein beliebter Slogan der NPD.

Menschen die nicht in Deutschland geboren sind oder Eltern, Großeltern oder Ur(ur..)großeltern haben, die irgendwann einmal aus einem anderen Land nach Deutschland gezogen sind oder auch Menschen „nicht-weißer“ Hautfarbe werden von der NPD als „nicht-deutsch“ abgestempelt – ob sie deutsche Pässe haben, deutsch als ihre Muttersprache sprechen und schon lange (oder vielleicht schon immer) in diesem Land leben…

Die NPD fordert das sogenannte „Abstammungsprinzip“, wonach festgelegt werden soll, wer – im Sinne der NPD –  als „deutsch“ wird. In einem Interview mit dem rechten Internetportal „DeutschlandEcho“ vom 7. Juni 2012 äußert sich Holger Apfel mal wieder offen rassistisch zu diesem „Abstammungsrecht“ und dessen Erweiterung im NPD-Parteiprogramm. Mit Blick auf die Fußball-EM 2012 behauptet er, dass die zwei DFB-Spieler Boateng und Khedira in seinen Augen nicht „deutsch“ seien, obwohl sie eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Da ein Elternteil nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, verwehrt Apfel diese auch den beiden Spielern. Eine ganz offensichtlich rassistische Sichtweise also, die zeigt wie absurd die NPD sich ein „richtiges deutsch“ zusammen strickt.

Und überhaupt, was heißt denn eigentlich „deutsch-sein“? Ordnung, Pünktlichkeit, Sauerkraut und Würstchen? Neee! In Deutschland leben kann für viele Leute Unterschiedliches bedeuten. Denn auch Nationalgrenzen, die die Welt in Länder trennen, sind politischen Entscheidungen unterworfen. Sie haben keine „Natürlichkeit“, sondern wurden von Menschen erstellt.

Die NPD aber findet die „deutsche Nation“ total toll. Die Partei nutzt das „Nationalgefühl“, um ein angebliches Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Wie wir schon festgestellt haben, sollen in dieser „ Gemeinschaft“ nicht alle Menschen Platz haben. Eine richtige Gemeinschaft können jedoch nur alle Menschen zusammen bilden. Dann müsste man sich auch nicht irgendwelche Sachen überlegen, wie man Menschen zwangsweise unterscheiden muss. Ehrlich gesagt bringen diese zwanghaften Unterscheidungen auch nur zutage, dass es völlig unsinnig und unmöglich ist, Menschen nach vorgefertigten Kriterien zu unterscheiden.

Text von P.C. Jaxson

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2 Kommentare

  1. Wolfgang Kraus sagt:

    Wie kann man stolz auf einen Gendefekt sein der vor tausenden von Jahren am Schwarzenmeer entstanden ist (Blondes Haar und , blaue Augen ,wie ich) .
    Ich habe schon zur EM gepostet:
    Ich bin stolz auf unsere Mannschaft, “Sie” haben etwas erreicht.
    Ich bin stolz auf Deutschland, meine Eltern haben es wider mit aufgebaut.
    Ich bin stolz auf deutsche Dichter und Denker.
    Ich bin stolz auf meine Kinder.
    Ich könnte stolz sein auf das was ICH erreicht habe.
    Ich könnte aber nie sagen “Ich bin stolz ein Deutscher zu sein” Denn
    Kein Schwein kann entscheiden in welchem Stall es geboren wird.

    Gruß Wolfgang

  2. Bernd Lauert sagt:

    Es gibt kein deutsches Volk, so so.

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