Auch Berlin-Neukölln hat ein Problem mit Neonazis und Rassismus – Das muss sich ändern!

Letzten Freitag demonstrierten 800 Menschen in Neukölln gegen Neonazis und Rassismus, denn gerade der Süden des Bezirks fiel in der Vergangenheit immer wieder durch rechtsextreme und rassistische Gewalt auf. Die Opferberatungsstelle in Berlin zählte in Neukölln im vergangenen Jahr 15 Angriffe mit einem rechten, rassistischen oder antisemitischen Hintergrund. Und die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Nicht immer wird nach einem rassistischen Hintergrund ermittelt.

Text von Olga Wendtke

Zu den gezählten Angriffen gehören zum Beispiel die mit Farbbeuteln beschmierte Sehitlik -Moschee und Brandanschläge auf das Anton- Schmaus- Haus der Falken. Aber die Neonazis haben leider auch hier nicht nur Einrichtungen und Moscheen im Visier ihrer Gewalt: Menschen, die in Gewerkschaften oder antifaschistischen Gruppen aktiv sind, Homosexuelle, Juden und Jüdinnen, Sinti und Roma, Obdachlose und alle die nicht als deutsch und weiß wahr genommen werden, können Opfer von rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt werden.

Und nicht immer wird der Hintergrund einer Tat geklärt. So ist auch fast zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen auf Burak B. der Täter immer noch auf freiem Fuß. Burak war nachts mit vier Freunden in Buckow in Neukölln unterwegs als eine bislang unbekannte Person mit einer Waffe auf sie schoss. Zwei Jugendliche wurden lebensgefährlich verletzt, der 22-jährige Burak wurde durch die Verletzungen getötet. Schnell wurden Stimmen laut, dass der Täter einen rassistischen Hintergrund haben soll. Auch der nicht vorhandene Fahndungserfolg der Polizei nährt Gerüchte. Die Polizei soll, so wird vermutet ähnlich wie bei den rassistischen Taten der NSU Morde, nicht genug ermitteln.
Auf der Beerdigung von Burak am 13. April wird an dieser Vermutung fest gehalten. Bis zu 2000 Menschen versammeln sich in der Sehitlik- Moschee. Auch einige Demonstrant*innen der Demonstration fanden sich ein. „Rassismus ist ein Verbrechen“ steht auf ihren Transparenten.

Gleichzeitig instrumentalisieren Neonazis in Berlin den Mordfall für ihre miese Propaganda und kopieren das Motto der Antifa-Demo auf perfide Art und Weise. An der Nazi-Demonstration, die unter dem Namen “Zeit zu handeln – gegen kriminelle Ausländer” durch Marienfelde führt, nehmen glücklicherweise gerade mal 40 Nazis teil.  Das Bluttat von Buckow, bei dem Burak B. starb, ist bei den Rechtsextremen ein Thema. „Hätte es Kiezstreifen gegeben, wie die NPD fordert, wäre der junge Burak nicht ums Leben gekommen“, verhöhnt ein Neonazi das Opfer auf der Demonstration in Marienfelde.  Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, findet ihr zum Beispiel hier weitere Artikel:

http://www.taz.de/Demos-im-Berliner-Sueden/!91458/

https://www.taz.de/Anschlag-auf-Moschee/!91148/

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