1.Mai in Berlin: Die NPD will nicht die Melkkuh sein

Neben den Städten Frankfurt am Main, Dortmund, Erfurt und  Würzburg haben sich Neonazis die Hauptstadt als Demonstrationsort für den 1.Mai ausgesucht. Zahlreiche Initiativen und Gruppen haben einen breiten Gegenprotest angekündigt.


Aufmarsch in Berlin-Schöneweide geplant

Bereits vor zwei Jahre wagte die NPD einen Aufmarschversuch in Berlin, damals im Stadtteil Prenzlauer Berg. Dieser Versuch scheiterte!

Dieses Jahr soll Berlin- Schöneweide die Kulisse für die Neonazi-Demonstration bilden. Verwundern tut der angegebene Treffpunkt S-Bhf Schöneweide übrigens nicht, da dieser Stadtteil eine gut funktionierende rechte Infrastruktur mit Neonazi -Kneipen, einschlägigen Buchläden und Militär -Shops zu ertragen hat. Neonazis fühlen sich in Schöneweide scheinbar ziemlich wohl.

Aufgerufen hat die NPD für Schöneweide unter dem Motto “Wir wollen nicht die Melkkuh Europas sein” und thematisiert damit die Rolle Deutschlands in der Euro-Krise. Im Jahr 2010 konnten die Berliner Neonazis etwa 500 Rechtsextreme aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berlin locken. Diese Teilnehmer*innen-Zahl resultierte auch aus der langen Mobilisierungsphase vor der Demonstration. Die Werbung für den 1. Mai 2013 fällt eher bescheiden aus. Die Internetseite der NPD gibt zwar den Treffpunkt und die Uhrzeit der Demonstration an, kann aber nicht über Mobi-Aktionen, einen Aufruf oder weitere Informationen berichten. Auch die weiteren neonazistischen Demonstrationen stellen ein Problem für die Berliner Kamerad*innen dar. In Frankfurt am Main mobilisiert, wie in Berlin, die NPD zu einer Demonstration und zieht damit mögliche Demonstrationsteilnehmer*innen aus der westlichen Bundesländern an. Die Organisatoren sind sich dieses Problem scheinbar bewusst und versuchen daher Berlin mit Rednern aus Mecklenburg-Vorpommern – Kamerad*innen aus den nördlichen Bundesländern –  als Demonstrationsort attraktiver zu machen. Wenn keine Demonstration im Norden Deutschland seitens der Neonazis angemeldet wird, rechnen Expert*innen der Neonaziszene mit 300-600 Teilnehmer*nnen der rechtsextremen Szene.

Breiter Protest angekündigt

Am 1. Mai 2010 scheiterten die Neonazis an den breiten Gegenprotesten. Auch in diesem Jahr wollen zivilgesellschaftliche Organisationen und antifaschistische Gruppen den Neonazis den 1. Mai vermiesen. Das Bündnis “Gemeinsam gegen Neonazis” organisiert am 30. April  eine kraftvolle Demonstration durch Schöneweide. Musikalisch begleitet wird der Abend von  den Bands Irie Revoltes, ZSK, Atari Teenage Riot und dem Berlin Boom Orchestra. Am 1.Mai ruft dann das Bündnis “1.Mai -Nazifrei” zu Blockaden und einem kreativen Protest auf, um die Neonazis zu stören.

Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus hat eine Sonderseite für den 1.Mai eingerichtet. Dort erfahrt ihr nicht nur weitere Infos über die geplanten Gegenproteste sondern könnte weitere Einschätzungen zur Berliner NPD nach lesen.

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