Autonome Nationalisten: Modernes Auftreten trotz alter Inhalte

Bestimmt hast du schon einmal von “Autonomen Nationalist*innen” (“AN”)  gehört. Das ist eine Strömung innerhalb der Neonazi-Szene, die seit ein paar Jahren besteht. Immer wieder wird über diese spezielle Ausrichtung der Neonazis berichtet. Aber was steckt hinter dem Wort “Autonome Nationalist*innen”, wie treten sie auf und was propagieren diese Neonazis eigentlich?

“Die sehen ja aus wie ganz normale Jugendliche”

“Autonome Nationalist*innen” kopieren mit Sonnenbrille und schwarzen Kapuzenpullover den Stil ihrer politischen Gegner*innen

Heutzutage ist es schwer Neonazis zu erkennen.  Bomberjacken, Springerstiefeln und Glatze sind nur noch ganz selten bei Neonazi- Demonstrationen anzutreffen. Dieser Look, der aus der Skinhead- Szene stammt, scheint nicht mehr wirklich angesagt. Bei einem genaueren Blick auf die Neonazi- Szene sieht man immer mehr, dass gerade junge Neonazis kaum noch von linken Aktivist*innen und “ganz normalen Jugendlichen”  zu unterscheiden sind.  Sie treten auf Demonstrationen nicht nur im sogenannten “Schwarzen Block” auf, sondern tragen Sonnenbrille, Windbreaker und Cappys. Auch Buttons oder Aufnhäher, die nur auf dem 2. Blick als neonazistisch erkennbar sind, gehören zu ihrem Kleidungsstil.  Sie kopieren also das Auftreten ihrer politischen Gegner*innen. Das hat mehrere strategische Gründe, denn durch das moderne Auftreten mit aufwendig hergestellten Transparenten sprechen sie Jugendliche mehr an. Die rassistische und menschenverachtende Ideologie wird dazu verschleiert. Außerdem sorgt das Auftreten, das  stark linken Aktivist*innen ähnelt immer wieder für Irritation bei Polizei, Bürger*innen und ihren politischen Gegner*innen. Es gab in der Vergangenheit schon Demonstration, wie z. B 2006 beim Naziaufmarsch in Hamburg, wo die Polizei nicht mehr zwischen Neonazis und Linken unterscheiden konnte.

 

Aktionsformen sollen gezielt Jugendliche ansprechen

“Autonome Nationalist*innen” versuchen aber nicht nur mit ihrem modernen Aussehen junge Menschen zu ködern. Auch ihre Aktionsformen sollen gezielt Jugendliche an sprechen. Regelmäßige Veranstaltungen, Flugblatt- und Graffitiaktionen oder  sogenannten “Spontandemonstrationen” sollen neue Anhänger*innen anziehen und sie an die Neonazi- Szene binden. Auch vor Gewalt wird dabei nicht zurückgeschreckt. Im Gegenteil: Ihre politische Ideologie, die blanken Rassismus, Sexismus und die Abwertung von Schwulen und Lesben beinhaltet, wird mit gewalttätigen Mitteln ausgedrückt. So gehören Übergriffe auf Menschen, die als ausländisch wahr genommen werden,  auf Juden und Jüdinnen oder Homosexuelle zum Tagesgeschäft. Auch mit dem Ausspionieren der Daten von  Gewerkschaftler*innen oder Antifaschist*innen sollen politische Gegner*innen unter Druck gesetzt werden. Auf “Anti- Antifa- Listen” (steht für Anti- Antifaschismus) werden die gesammelten Namen und Informationen veröffentlicht. Nicht selten folgen auf diese Veröffentlichtungen “Hausbesuche” von Neonazis oder körperliche Übergriffe.

“Autonome Nationalist*innen” und der Rest der Neonazi- Szene

Das Auftreten und Verhalten der “Autonomen Nationalist*innen” stößt innerhalb der Neonazi- Szene nicht überall auf freudige Gesichter. Die “AN” gehören zum Spektrum der “Freien Kameradschaften”, sind also in keiner Partei organisiert und lehnen in der Regel auch eine öffentliche Zusammenarbeit mit dieser ab. Und gerade innerhalb der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschland) ist man sich noch nicht ganz einig darüber wie der Umgang mit dieser  Neonazi- Erscheinung aussehen soll. Das aktionsorientierte Auftreten passt nicht zu einer Partei, die in Parlamenten Politik machen will. Dass nicht wirklich viel hinter diesem “Autonomen” Auftreten der Neonazis steckt, bewies in letzter Zeit die Neonaziszene in Dortmund. Gilt diese Stadt doch immer als einer der Schwerpunkte der “Autonomen Nationalist*innen” in Deutschland. Im letzten Jahren wurde  die Kameradschaft der “Nationale Widerstand Dortmund”  verboten. Daraufhin gründeten die ehemals “Autonomen Nationalist*innen” die Partei “Die Rechte”. Ob sie mit diesem Versuch einer Parteigründung mehr Erfolg haben werden ist zweifelhaft…

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1 Kommentar

  1. Das haben die AN sehr schlau hinbekommen. Jeder würde doch direkt einen nazi erkennen wenn er rumläuft wie einer. Sich aber dann wie Antifaschisten zu kleiden, ist natürlich sehr intelligent

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