8. Mai – Tag der Befreiung

Der 8. Mai wird als Tag der Befreiung gefeiert – doch was wurde denn da eigentlich befreit? Und warum?

Die Feierlichkeiten beziehen sich auf das Jahr 1945: Das Ende des zweiten Weltkriegs und das Ende des Nationalsozialismus. Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland bedingungslos. Die allierten Streitkräfte – ein Zusammenschluss der Sowjetunion, den USA, Großbritanniens und Frankreichs – hatten gewonnen.

Die Bilanz des Zweiten Weltkrieges, der von den Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten begonnen wurde, ist erschütternd: Weite Teile Europas waren zerstört. 50 Millionen Menschen starben, mehr als sechs Millionen europäische Juden wurden ermordet. Tausende Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, politisch Andersdenkende und Homosexuelle wurden verfolgt und getötet. Diese gezielte Vernichtung wird auch als Holocaust oder Shoah (auf hebräisch: ‘großes Unheil‘) bezeichnet. Der Holocaust konnte nur unter den Bedingungen des Krieges vollstreckt werden.

Wenn sich Nazis heute darauf beziehen, dass der 8. Mai kein Grund zum Feiern sei (wie etwa auf dem Bild unten, dass wir heute auf Facebook gefunden haben), sprechen sie oft von „deutschen Opfern“ und der Vertreibung der Deutschen, denn auch nach dem Ende des 2. Weltkriegs gab es Flucht, Vertreibung und Unfreiheit. Wichtig ist dabei jedoch, nicht zu vergessen, dass nicht das Ende des Krieges die Ursache für Vertreibung, Vergewaltigungen, Plünderungen und Morde war, sondern dies als Reaktion auf die Gewaltherrschaft der Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten zu begreifen ist.

Den 8. Mai als Tag der Befreiung zu feiern bedeutet nicht, anderes Leid zu verdrängen. Er bedeutet das Ende des Holocaust zu begehen und den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken.

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