Aufstand der alten Männer Herren mittleren Alters? Ein Dossier über Pegida in den Sozialen Netzwerken

5 Thesen zu pegida

Pegida ist in aller Munde: Die Politik ist überrascht und pendelt zwischen “… wir müssen die Sorgen der Bürger ernst nehmen” und “Folgen Sie denen nicht!”. Die Presselandschaft schaut fasziniert und irritiert auf die Proteste, weil sie von den Demonstrierenden zum Teil des Problems gemacht werden. Pegida ist zwar ein neues Phänomen, inhaltlich steht die Bewegung jedoch in einer traurigen Tradition: Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ziehen sich durch die Bewegung und die Anhänger_innen wie ein roter Faden. In den Sozialen Netzwerken wurden diese reaktionären Haltungen schon von Beginn an gepflegt und neu interpretiert. Dass sie jetzt ihren Weg auf die Straße gefunden haben ist nicht verwunderlich. Ein wesentlicher Eckpfeiler der neuen Bewegung ist die Vernetzung in den Sozialen Netzwerken. Auf Facebook hat Pegida so viele Fans wie CDU und SPD zusammen.

Die Amadeu Antonio Stiftung und speziell das Modellprojekt no-nazi.net beschäftigen sich intensiv mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Netz. Im Zuge der Arbeit, u.a. in Form des Monitoring von rechten Bewegungen in Sozialen Netzwerken, ist zu beobachten gewesen, dass Pegida ein Schmelztiegel unterschiedlicher konservativer bis rechtsextremer Ansichten ist und verschiedenen Formen rechter Haltungen zusammenführt. In erster Linie passiert das, in dem bisher separierte, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen in den Sozialen Netzwerken zusammenkommen. Neben der Mobilisierung ermöglichen die Sozialen Netzwerke nämlich auch Einsichten über die Zusammensetzung der Pegida-Anhänger_innen und die Qualität der Vernetzung. Soziale Netzwerke ermöglichen also das Nachzeichnen konservativer bis rechter Bewegungen.

In dem vorliegenden Dossier werden die Beobachtungen zu Pegida in den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter ausgewertet und in den ideologischen Zusammenhang gestellt. Das Dossier kann hier runtergeladen werden: Dossier über Pegida in den Sozialen Netzwerken

 

Dossier: Antimuslimischer Rassismus

Die Rechtspopulisten von "Pro Deutschland" demonstrieren im August 2012 in Berlin (Bild: picture-alliance/dpa)

Die Rechtspopulisten von “Pro Deutschland” demonstrieren im August 2012 in Berlin (Bild: picture-alliance/dpa)

“Sarrazin hat Recht” findet “M. Halalfrei”, der sich online gerne über die vermeintliche “Islamisierung” Europas auslässt, PI-News liest und am Wochenende zur Demonstration gegen die neue Moschee im Viertel geht und danach bei Facebook Fotos von brennenden Moscheen postet: Unter dem Deckmantel der Islamkritik hetzen Islamfeind*innen in Foren, sozialen Netzwerken und auf Blogs gegen Muslim*innen. no-nazi.net erklärt, was es mit dieser Sonderform von Rassismus auf sich hat.
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Dossier: Homophobie

“Gaaaaaaaaaaay” schreit es in der WM-Zeit nur all zu häufig aus fußballschauenden Menschenmengen und in den Kommentarspalten von Fußballseiten und privaten Einträgen, wenn ein Spieler daneben trifft oder eine Chance verpasst. Und auch im (Netz-)Alltag scheint sich das Wort “schwul”, ursprünglich als Beschimpfung für, dann als Selbstbezeichnung von homosexuellen Menschen verwendet, zur “Lieblingsbeleidigung” unsicherer, aber auch klar homophober User*innen gemausert zu haben. no-nazi.net erklärt, wie sich Homophobie im Netz äußert, und warum “schwul” kein Schimpfwort ist.

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Dossier: Sexismus

Eine Puppe für Nina, ein Auto für Felix. Typisch weiblich – typisch männlich? Geschlechterrollen bestimmen unser Leben von der Wiege bis zur Bahre. Wir erklären euch, warum die Kategorien “Mann” und “Frau” gar nicht so undurchlässig und lebensbestimmend seien müssen, wie sie oft gedacht werden, und warum Sexismus ein Problem für und von der Gesamtgesellschaft ist.

Sexismus in der Gesellschaft – ein undurchdringliches Netz aus Stereotypen und Zuschreibungen

Sexismus in der Gesellschaft – ein undurchdringliches Netz aus Stereotypen und Zuschreibungen

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Dossier Neonazi-Archetypen und -Vorlieben

Von veganen Nazis, Biobäuer*innen und Autonomen  über Islamhasser*innen und Black-Metal-Fans bis hin zu den klassischen Springerstiefelträger*innen: Neonazis und ihre virtuellen Profile sind genau so unterschiedlich wie alle anderen Menschen und deren Internetpersönlichkeiten. Doch es gibt diverse Merkmale, szenetypische Codes, Symbole oder gemeinsame menschenfeindliche Interessen, an denen man “Typen” von Neonazis erkennen kann. no-nazi.net stellt euch in diesem Dossier eine Auswahl rechtsextremer Archetypen und Vorlieben vor.

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Dossier: Geschichtsrevisionismus im Netz

“… und außerdem hat Hitler die Autobahn gebaut!” Wer kennt sie nicht, die halb unsicher, halb trotzig vorgebrachten “Argumente” der NS-Zeit-“Skeptiker*innen” on- und offline. Wer den Krieg wirklich angefangen hat, was Hitler wirklich wollte und ob es den Holocaust wirklich gegeben hat: All das sind Fragen, die von sogenannten “Geschichtsrevisionisten” vorgebracht werden. no-nazi.net erklärt euch, was es mit diesen Geschichtsrevisionist*innen auf sich hat, und für welche Zwecke sie mit der Geschichte Pingpong spielen.

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Dossier: Rechte Medien

Ein Netz aus rechter Propaganda: Neonazis nutzen alle vorhandenen Medien, um ihre Propaganda zu verbreiten: Blogs, Foren, YouTube, Soziale Netzwerke, Vlogs und herkömmliche Printmedien. Fast alle klassisch als Printmedium erscheinenden rechten Organe verfügen mittlerweile auch über dazugehörige Homepages, Blogs oder unterhalten zumindest eigene Facebook-Seiten. So vermischen sich der On- und Offline-Bereich immer weiter. In diesem Dossier findet ihr Informationen zu einzelnen neonazistischen Medien und hilfreiche Tipps, wie ihr eine rechte Quelle als solche erkennen könnt.

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Dossier: Rechtsextreme Kampagnen

Grafisch aufwendig präsentiert sich die "Identitäre Bewegung" (Quelle: picture-alliance/dpa)

Grafisch aufwendig präsentiert sich die “Identitäre Bewegung(Foto: picture-alliance/dpa)

Von “Ausländer raus” über “Todesstrafe für Kinderschänder” bis hin zu “Schluss mit der Multi-Kulti-Diktatur”: Manchmal skandieren Neonazis leider wirklich diese typisch platten  Parolen oder leugnen einfach mal den Holocaust – doch nicht immer sind Neonazis an solch offenen Aussagen zu erkennen. Viele rechte Kampagnen wirken auf den ersten Blick recht harmlos und sogar seriös. Besonders im Netz zieht diese Strategie, da man oftmals nicht sofort erkennen kann, wer hinter einem Projekt, einer Gruppe, einem Forum oder einer Seite in sozialen Netzwerken steckt. no.nazi.net erklärt euch, wie ihr rechtsextreme Kampagnen erkennt und wie ihr darauf reagieren könnt! (mehr …)

Dossier: Rassismus

“Es gibt eine natürliche Hierarchie zwischen schwarzen und weißen Völkern” – Dieser zutiefst rassistischen Aussage stimmten einer Studie der Universität Bielefeld  aus dem Jahr 2008 fast jede*r dritte Bundesbürger*in zu. Vielleicht stutzt ihr jetzt: Wie kann das sein? Warum sind rassistische Ideologien immer noch so ein fester Bestandteil der Gesellschaft? Und was können wir, on- und offline, dagegen tun? Im folgenden Dossier präsentieren wir euch die wichtigsten Artikel, Daten und Fakten zum Thema Rassismus.

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Dossier: Rechtspopulismus

“Gegen die EU-Meinungsdiktatur”, “Schluss mit Multi-Kulti-Umerziehung”, “Raus aus dem Euro” – Solche und ähnliche Parolen liest man zur Zeit überall. Einschlägige Parteien und Akteure machen besonders jetzt und besonders im Netz mobil, denn: In drei Monaten wird das Europäische Parlament gewählt. Unter dem Deckmantel der Kritik an der EU und deren Richtlinien wird – gerade jetzt nach dem Votum in der Schweiz – in sozialen Netzwerken und Foren Stimmung gegen Migrant*innen, Homosexuelle, Roma und Sinti und andere Minderheiten  gemacht. In der öffentlichen Diskussion fällt dabei oft der Begriff “Rechtspopulismus” – no-nazi.net erklärt, was es damit auf sich hat.

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Dossier: Rassistische Hetze gegen Flüchtlinge

Foto: Bernd Wüstneck, dpa-Zentralbild

Foto: Bernd Wüstneck, dpa-Zentralbild

“Nein zum Heim!” – Ob Schneeberg, Plätz, Marzahn-Hellersdorf, Greiz oder Königs Wusterhausen: In vielen Kleinstädten Deutschlands und im Netz läuft die Hetze gegen Flüchtlinge derzeit auf Hochtouren. Die Angriffe auf Unterkünfte Geflüchteter nehmen zu. Aber wer sind eigentlich diese “Flüchtlinge”? Woher kommen sie? Was machen sie in Deutschland? Und vor allem: Warum ist der Umgang mit diesem Thema so schwierig, die Diskussion on- und offline so sehr von Vorurteilen und Hass geprägt? Das no-nazi.net-Dossier klärt auf.

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WORK IN PROGRESS

Vielleicht wundert ihr euch, dass in den letzten Tagen nicht regelmäßig Artikel von uns veröffentlicht wurden. Das hat Gründe: Wir versuchen gerade, den Blog neu umzustrukturieren und überschaubarer für euch zu gestalten. Dafür brauchen wir jedoch noch ein paar Wochen, aber dann könnt ihr euch schon einmal freuen: Wir werden veröffentlichte Artikel in Dossiers zusammen fassen, damit ihr gebündelt, die wichtigsten Informationen zu Themen, die euch interessieren, auf unserer Seite vorfinden könnt.

Bei Fragen, Anregungen oder Kritik stehen wir euch, wie bisher, gerne zur Verfügung. Über weitere Veränderungen werden wir euch auf dem laufenden halten. Also bis bald!