Wenn Menschen illegalisiert, also ohne Aufenthaltsrecht und ohne einen laufenden Asylantrag, in Deutschland leben, werden sie als “staatenlos” bezeichnet.

Auch Menschen mit einer anderen Staatsbürgerschaft können in Deutschland als “staatenlos” illegalisiert werden. “Staatenlose” müssen im Verborgenen leben, können keine legale Arbeit ausführen und können damit keinem Lohnerwerb nachgehen oder sich eine medizinische Versorgung sichern.

Sogenanannte “staatenlose” Menschen fallen in den Vorurteils-Topf derer, die als “Ausländer*in” angesehen werden. Sie sind meistens nicht nur von gesellschaftlicher, sondern vor allem von staatlicher Diskriminerung betroffen.

Als Aussiedler*innen werden Menschen bezeichnet, die vor Generationen nach Russland ausgewandert sind oder nach dem 2. Weltkrieg in ehemaligen deutschen Gebieten (östlich der Oder-Neiße-Linie) verblieben sind.

Als Spätausiedler*innen werden Menschen bezeichnet, die seit den 90er Jahren aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion und Rumänien, nach Deutschland eingereist sind. Sie müssen einen Deutschtest bestehen um dann als rechtliche “Deutsche” anerkannt zu werden.

Auch (Spät-)aussiedler*innen werden in der deutschen Gesellschaft häufig noch als “Ausländer*innen” angesehen.

Menschen, die in einem anderen Land Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, werden als Asylsuchende bezeichnet. Ein Antrag auf Asyl ist meistens sehr langwierig und wird häufig abgelehnt.

Das System zum Asylverfahren in Deutschland ist sehr kompliziert und oftmals werden dabei auch grundlegende Menschrechte verletzt.

Wird ein Asylantrag abgelehnt, sind die Asylsuchenden dazu verpflichtet, Deutschland zu verlassen. Dafür werden Asylsuchende auch in Haft genommen und unter Zwang abgeschoben.

Asylsuchende sind in der Gesellschaft in Deutschland meistens von Diskriminierung und Rassismus betroffen. Sie werden häufig als “Ausländer*innen” angesehen, die “die Arbeitsplätze wegnehmen” oder sich dem deutschen Sozialstaat bedienen – obwohl das Gegenteil der Fall ist, kriegt man solche Vorurteile häufig noch zu hören.

Eine “blonde Frau aus den USA” würde in Deutschland  höchst wahrscheinlich nicht als “Ausländer*in” gesehen. Zumindest nicht aufgrund ihres Aussehens. Wenn sie nur englisch sprechen würde wahrscheinlich schon eher.

Kannst du dich erinnern eine Person schon einmal auf deutsch angesprochen zu haben um dann fest zu stellen dass diese nur englisch oder eine andere Fremdsprache spricht?

Auch wenn man eine “blonde Frau aus den USA” als nicht-deutsch sehen würde, wäre sie wahrscheinlich von einer anderen Art von Diskriminierung betroffen, als zum Beispiel eine Person aus einem afrikanischen Land. Das gesellschaftliche Bild von den USA ist in Deutschland ein anderes und mit anderen Klischees behaftet, als z. B. das von Menschen aus Kenia oder Äthiopien.

In den 50er/60er und 70er Jahren gab es in Deutschland großen Arbeitskräftemangel. Deswegen wurden Arbeiter*innen aus anderen Ländern angeworben um in Deutschland zu arbeiten. Gastarbeiter*innen haben ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht, aber z.B. kein Wahlrecht in Deutschland.

Mittlerweile leben auch viele Nachkommen von Gastarbeiter*innen in Deutschland. Diese haben meistens zwei Staatszughörigkeiten und müssen sich aber bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden.

Viele Menschen, deren Eltern beispielsweise als Gastarbeiter*innen aus der Türkei nach Deutschland kamen werden in der Gesellschaft oftmals noch als “Ausländer*in” bezeichnet und sind von Diskriminierung betroffen.

Personen bei denen Hautfarbe, Aussehen, Akzent etc. als “nicht-deutsch” eingeordnet werden, sind für viele oft “Ausländer”.

Auch wenn sie eine deutsche Staatsbürgerschaft haben oder schon lange in Deutschland leben, werden sie als “fremd” angesehen.

Doch wie sieht “richtig deutsch-sein” denn aus? Es gibt viele verschiedene Biografien und Leben von Menschen, sodass man vom Aussehen nicht automatisch auf die Herkunft oder den Wohnort der Person schließen kann.

Da muss man sich nur einmal selbst umschauen: in der U-Bahn, auf der Straße, in der Schule, der Nachbarschaft… – sehen da denn alle gleich aus? Nein?! Puh, ein Glück, das wär ja auch total strange, oder?